Orden, so weit das Auge reicht

17. August 2009, 18:53
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Malteser und Johanniter sind heute allen voran karitativ tätig

Wien - Neben dem Deutschen Orden zählen der Tempel-, der Malteser- und der Johanniterorden zu den berühmtesten Ritterorden.

Der Tempelorden wurde zwischen 1118 und 1121 in Jerusalem gegründet. Er war der reichste und mächtigste Orden seiner Zeit, der 1307 nach einem Machtkampf mit dem französischen König Philipp IV. auseinanderbrach. Viele Mythen ranken sich seither um die Ritter: Laut dem Historiker Horst Kratzmann hatte der Tempelorden eine offizielle und eine inoffizielle Funktion: Erstere bestand darin, Pilger im Heiligen Land vor Übergriffen zu beschützen. "Man darf aber nicht vergessen", sagte Kratzmann dem Standard, "dass es einen inoffiziellen Geheimauftrag gab, bei dem man nicht weiß, welchen genauen Inhalt er hatte." Die Vermutungen gehen in die Richtung, dass die Tempelritter auf der Suche nach Dokumenten von Jesus oder nach der Bundeslade, die den Gottesbeweis enthielt, waren.

Anfang des 14. Jahrhunderts nutzte Philipp IV. die Schwäche des Papstes Clemens V., um die Templer wegen Ketzerei verurteilen zu lassen. Ihr Vermögen floss in die Hände des Königs.

Der 1048 in Jerusalem gegründete Malteser- und Johanniterorden diente ursprünglich demselben Zweck, wie der Tempelorden, dem er zeitweise gleichrangig war. Während der Reformation kam es zur Abspaltung der Johanniter, die die evangelische Sichtweise der katholischen bevorzugten.

Die heutige Bedeutung der beiden Ritterorden liegt in sozialen und medizinischen Bereichen. Die Malteser zählen heute 12.500, die Johanniter 3900 Ordensmitglieder - beziehungsweise Ritter. (Bernd Vasari/DER STANDARD, Printausgabe, 18.8.2009)

 

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