Die Masse bringt's

17. August 2009, 18:19
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Wäre Sky Europe in Bratislava geblieben, hätte sie sich einiges erspart

Warum schaffen es andere Billig-Airlines wie Ryanair, Easyjet, Germanwings oder Air Berlin, auch in der Krise halbwegs Kurs zu halten, und Sky Europe nicht? Zum einen, weil sie eine kritische Masse an Fliegern haben und alle ausnahmslos aus großen Quellmärkten mit einer entsprechend hohen Einwohnerzahl fliegen. Speziell Ryanair ist zudem gnadenlos, wenn es darum geht, sich von den Flughäfen quersubventionieren zu lassen. Billig-Airlines fliegen häufig nur Provinzflughäfen an, weil die Gebühren dort einen Bruchteil davon kosten, was Hauptstadt-Airports verlangen: Frankfurt/Hahn oder London Stansted. Airports weit außerhalb des Stadtzentrums. Wäre Sky Europe in Bratislava geblieben, hätte sie sich einiges erspart.

Die klassischen Billig-Airlines lassen sich jede Leistung extra bezahlen: Wer hungrig oder durstig ist, muss zahlen, Gepäckstücke, Sitzplatzwahl etc. sind kostenpflichtig. Ryanair ist auch gegenüber den eigenen Mitarbeitern nicht zimperlich: Die Uniformen muss die Crew selbst bezahlen, die Ausbildungskosten auch. Air Berlin und Niki sind nicht die klassischen Billig-Airlines (dazu bieten sie zu viel Service). Das Geschäft macht Air Berlin mit der Drehscheibe auf Mallorca. Im Sommer werden wöchentlich 370 Nonstop-Flüge ab Deutschland auf die spanische Insel angeboten.

Ryanair befördert in Europa 60 Millionen Passagiere, mehr als die Lufthansa. Sky Europe hatte in Wien gerade einmal fünf Flieger, zu viele unterschiedliche Destinationen angeflogen, sich nicht spezialisiert. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.8.2009)

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