"Ein Jahrhundertprojekt"

17. August 2009, 17:47
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Ex-Stadtchef Stingl warnt Parteien

Graz - Der Grazer SPÖ-Altbürgermeister Alfred Stingl zeigt sich besorgt. Es könne ein "Jahrhundertprojekt" für Graz werden" , daher sei "mit aller Vorsicht vorzugehen und die Parteipolitik auszuschalten" , rät Stingl seinen Nachfolgern in der Grazer Stadtregierung.

Das seit kurzem diskutierte Großbauvorhaben einer Staustufe mitten in der Landeshauptstadt dürfe nicht durch voreilige politische Festlegungen schon im Vorhinein vereitelt werden. Stingls ÖVP-Nachfolger im Bürgermeisteramt, Siegfried Nagl ist, wie berichtet, hellauf begeistert von den Plänen des Landesenergiekonzerns Estag und des Verbundes, in einer Co-Produktion rund 85 Millionen Euro in eine Staustufe zu investieren. Neben einer Stromversorgung Tausender Grazer Haushalte soll die Staustufe auch einen neuen Erlebnis- und Erholungsraum mitten in der Stadt schaffen. Und auch die Schifffahrt wieder ermöglichen. Die Grünen hatten zu Beginn der Debatte aber bereits ihr kategorisches Nein in den Raum gestellt. Für Stingl haben sich Nagl, die Grünen und auch Umweltschutzorganisationen einfach schon zu früh festgelegt, was eine sachliche Diskussion nun erschwere.

Stingl, der die Vision einer Murstaustufe schon in den 1990er- Jahren verfolgte, sagte am Montag im Gespräch mit dem Standard: "Das Projekt darf nicht nur ÖVP und Grünen überlassen werden. Es müssen alle, die Umweltwissenschafter, die NGOs, auch der Bund und das Land eingebunden werden. Sie sollen gemeinsam eine Nutzen-Risiken-Analyse erstellen und dann entscheiden. Die Diskussion muss jetzt rasch versachlicht werden. Es geht, wie gesagt, um ein Jahrhundertprojekt für Graz." (Walter Müller, DER STANDARD-Printausgabe, 18.8.2009)

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