Wirten bricht Umsatz weg

17. August 2009, 17:36
6 Postings

Gäste geben bis zu 20 Prozent weniger aus

Wien/Berlin - Hotels, Restaurants und Kantinen spüren die Rezession immer stärker in ihren Kassen, vor allem auch in Österreich. "Wir sehen ein Umsatzminus von zehn bis 20 Prozent" , sagte der Geschäftsführer der Fachgruppe Gastronomie in Tirol, Peter Trost, im Gespräch mit dem Standard. "Die Leute sparen, das ist ganz offensichtlich" .

Ob beim Essen oder bei Getränken, jeder Euro werde zweimal umgedreht. "Es ist nicht so, dass die Gäste nichts mehr konsumieren, sie greifen aber in den meisten Fällen zum günstigeren Gericht oder wählen ein billigeres Getränk" , sagte Trost.

Ähnliche Erfahrungen haben Gastronomen auch in anderen Bundesländern gemacht. Da die Kosten mehr oder weniger gleich hoch blieben, komme die Branche zusehends unter Druck.

Auch in Deutschland gibt es Krisenstimmung in der Gastronomie. Die Geschäfte liefen im ersten Halbjahr so schlecht wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der Umsatz fiel im Zeitraum Jänner bis Juni um 4,8 Prozent niedriger aus als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt in Berlin mit. Bereinigt um Preisschwankungen fiel das Minus mit 6,9 Prozent noch größer aus. "Das war das schlechteste erste Halbjahr seit 2003" , sagte ein Statistiker. Auch damals litt die Branche unter Rezession und steigender Arbeitslosigkeit.

"Die Wirtschaftskrise hat uns voll erreicht" , sagte eine Sprecherin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Sie führt die Misere vor allem auf den Sparkurs der Firmen zurück. "Viele Unternehmen treten wegen der Rezession auf die Kostenbremse und geben weniger Geld für Geschäftsreisen, Kongresse und andere Veranstaltungen aus" , sagte die Sprecherin. Das bekämen vor allem Großstadt-, Flughafen- und Spitzenhotels zu spüren. In Wien hofft man auf das Anspringen des Kongresstourismus und auf ein besseres zweites Halbjahr. (stro, Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.8.2009)

Share if you care.