Eine scharfe Jubilarin ist museumsreif

17. August 2009, 18:38
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Die Currywurst wird 60 Jahre alt und bekommt in Berlin ihre erste eigene Ausstellung

Berlin - "Die Imbissbude ist der letzte Zufluchtsort eines Mannes" hat Manfred Krug als TV-Kommissar mal in einem Tatort gesagt und dabei natürlich eine Currywurst verdrückt. Mit Bier und Pommes, so wie es sein soll. Was genau in der Berliner Kult-Wurst drinnen und an Soße drauf ist, wollte man bisher auch gar nicht so genau wissen. Fett ist sie, scharf, heiß, eine Kalorienbombe - und so beliebt, dass sie in der deutschen Hauptstadt an 2000 Buden rund 70 Millionen Mal verkauft wird.

Doch jetzt werden die letzten Geheimnisse gelüftet: In Berlin eröffnete am Wochenende in der Schützenstraße 70 das erste deutsche Currywurstmuseum. Dort kann man sich selber in die Frittenbude stellen, die richtige Gewürzmischung erschnuppern und erfährt, dass echte Snobs sich den Zwischendurch-Snack vor dem Verzehr mit Blattgold verzieren lassen.

Erinnert wird auch an die Geburtsstunde der Wurst: Am 4. September 1949 experimentierte Herta Heuwer im von US-Soldaten besetzten Westteil der Stadt mit einer eigenen Gewürzmischung (Tomatenmark, Curry), weil einfach kein Senf zu bekommen war.

Nur Gusto sollte man dabei keinen bekommen. Unfassbar: Es gibt im Museum zwar Plüschwürste, aber zum Essen wird keine Currywurst angeboten. (bau/Printausgabe, DER STANDARD, 18. August 2009)

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    Fett, scharf, heiß und eine Kalorienbombe: Die Currywurst

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