Schulreform in Portionen

17. August 2009, 16:49
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Schmieds Pläne werden auch im Parlament diskutiert

Wien - Die ehrgeizigen Pläne, die Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) mit Unterstützung der rot-schwarzen Regierung für die Schulverwaltung wälzt, diskutieren die Parteien erstmals Ende August in einem Unterausschuss des parlamentarischen Verfassungsausschusses. Ob alle anvisierten Maßnahmen tatsächlich zu realisieren sind, hängt freilich nicht nur von den Verhandlungen mit der Lehrer-Gewerkschaft, sondern vor allem auch von den Bundesländern ab, weil damit deren Kompetenzen im Schulwesen beschnitten würden - was der eine oder andere Landeshauptmann gar nicht goutiert (siehe dazu Bericht links).

Geht es nach Schmied, so soll die Schulreform bis zum Ende der Legislaturperiode, also 2012, umgesetzt sein - allerdings nicht in einem "Big Bang" , sondern "in Portionen" , wie die Ministerin unlängst ausdrücklich betonte. Ihre Vorhaben sind:

  • Schulwesen als Bundessache Bildungsdirektoren statt Landesschul- und Bezirksschulräte, dazu sollen alle Pädagogen künftig Bundesbedienstete sein. Es wird "keinen Dirigismus vom Minoritenplatz" aus geben, versicherte Schmied in Anspielung auf den Sitz des Unterrichtsministeriums in Wien, vielmehr will sie damit "die Verantwortung der einzelnen Schulstandorte" stärken.
  • Einheitliches Dienstrecht für Lehrer Höhere Einstiegsgehälter für alle, dafür eine flachere Gehaltskurve und eine höhere Lehrverpflichtung: Das alte Modell - der Bund zahlt die Gehälter, die Länder haben die Personalhoheit - will die SPÖ-Ministerin durch ein moderneres Dienst- und Besoldungsrecht ersetzen. Bedeutet künftig auch: weniger Versetzungsschutz sowie flexiblere Unterrichtszeiten. Und: Die Direktoren sollen künftig nur mehr befristete Verträge erhalten, Schmied möchte sie nur mehr auf fünf Jahre bestellen. Dafür sollen die Schulchefs die Personalverantwortung übertragen bekommen. Heißt: Sie könnten sich dann ihre Lehrer selbst aussuchen.
  • Neue Pädagogenausbildung Statt der Pädagogischen Akademie, der diversen Lehramtsstudien und der Kindergartenpädagogik soll es künftig ein einheitliches Studium geben. Die angehenden Lehrer müssen sich künftig jedoch einem Eignungstests sowie einem Auswahlverfahren stellen. Und: Für alle Pädagogen soll es künftig eine verpflichtende Weiterbildung in der unterrichtsfreien Zeit geben. (Nina Weißensteiner/DER STANDARD, 18.08.2009)

 

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