Friedliche Nachbarschaft am Notenpult

17. August 2009, 16:30
posten

Wenn Musiker sich politisch äußern, kann das schon einmal den Staatsschutz auf den Plan rufen - wie der Fall Leonard Bernstein zeigt

Politisch und nicht überall beliebt ist auch das Projekt des argentinisch-israelischen Stardirigenten Daniel Barenboim: Gemeinsam mit dem amerikanisch-palästinensischen Literaturwissenschafter Edward Said gründete er 1999 das West-Eastern Divan Orchestra, dessen Musiker aus Israel, Palästina, Syrien, Ägypten, Jordanien, Tunesien, Andalusien und dem Libanon stammen.

Es geht um Offenheit und Toleranz in den orchesterinternen Diskussionen, um zu zeigen, dass die Mauer in den Köpfen abgebaut werden kann und ein friedliches Zusammenleben der Völker im Nahen Osten möglich ist. Derzeit läuft dazu im Salzburger Das Kino der mit einem Emmy ausgezeichnete deutsche Dokumentarfilm Knowledge Is The Beginning (2006). Darin erzählt der Leipziger Regisseur Paul Smaczny auch von den Anfeindungen, mit denen Barenboim bisweilen in Israel und Palästina konfrontiert ist.

Bei den Salzburger Festspielen gab das West-Eastern Divan Orchestra am Wochenende den Fidelio in einer konzertanten Fassung, kombiniert mit den Texten des 2003 verstorbenen Edward Said. Sowie zwei Kammerkonzerte unter anderem mit Werken von Pierre Bloulez. (dog, DER STANDARD/Printausgabe, 18.08.2009)

>> Salzburg, Das Kino, Giselakai 11, jeweils 15.30 bzw. 15.45 Uhr, 0662/ 87 31 00-15.Bis 28. 8.

Link:
www.salzburgfestival.at

Share if you care.