Neuartiges "Kunstherz" implantiert

17. August 2009, 13:43
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Heidelberger Herzchirurgen implantierten ein Gerät, das die Funktion der linken Herzkammer vollständig ersetzen kann

Heidelberg - Herzchirurgen des Universitätsklinikums Heidelberg haben Ende Juli 2009 weltweit erstmals ein innovatives "Kunstherz" implantiert, das besonders effektiv, leise und schonend die Pumpfunktion der linken Herzkammer ersetzt. Bei dem 92 Gramm schweren Gerät handelt es sich um eine Herzpumpe aus Kunststoff und Titan, die das Blut aus der geschwächten linken Herzkammer in die Hauptschlagader pumpt, teilt das Universitätsklinikum Heidelberg in einer Aussendung mit.

Gerät ersetzt linke Herzkammer

"Das neue Gerät ist weltweit das kleinste Gerät, welches die Funktion der linken Herzkammer vollständig ersetzen kann", erklärt Matthias Karck, Ärztlicher Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg. Patienten sind damit in der Lage, ein nahezu normales Leben zu Hause zu führen. Die Klinik kann sie zudem rund um die Uhr elektronisch überwachen. Die 50-jährige Frau, der das Gerät eingesetzt wurde, litt an einer Herzschwäche, die nicht mit Medikamenten behandelt werden konnte. Da aus medizinischen Gründen eine Herztransplantation nicht in Frage kam, wird die implantierte Herzpumpe nun dauerhaft ihr Herz unterstützen.

Überbrückung für Herztransplantation

"Die Herzpumpe kann prinzipiell auch als Überbrückung für eine Herztransplantation eingesetzt werden", berichtet Arjang Ruhparwar, Oberarzt in der Heidelberger Herzchirurgie. Dann wird die Pumpe gemeinsam mit dem erkrankten Herz entfernt und durch ein Spenderherz ersetzt.

Bei dem Gerät handelt es sich um die fünfte Generation des so genannten DeBakey-Herzen. Es war in den 90er Jahren in Zusammenarbeit mit der NASA von dem renommierten, 2008 verstorbenen, amerikanischen Herzchirurgen Michael DeBakey am Baylor College of Medicine in Houston entwickelt worden und wird jetzt von der US-Firma Micromed vertrieben. Aus der zunächst mehr als 1 Kilogramm schweren Pumpe, die nicht in den Brustkorb passte, ist mittlerweile ein handliches, leichtes Miniatur-Gerät geworden, das unmittelbar am Herzen getragen und extern überwacht und gesteuert werden kann. (red, derStandard.at)

  • Bei dem Gerät handelt es sich um die fünfte Generation des so genannten DeBakey-Herzen
    bild: micromed

    Bei dem Gerät handelt es sich um die fünfte Generation des so genannten DeBakey-Herzen

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