Justiz weist Zensur-Vorwurf zurück

17. August 2009, 18:54
54 Postings

Website fiel laut Ministeriums-Angaben internem Content-Filter zum Opfer

Nachdem die Wiener Stadtzeitung Falter mit den ihr zugespielten Dokumenten die Akten-Affäre im Justizressort ausgelöst hat, warf sie dem Ministerium am Montag auch noch "Webzensur" vor.
Hintergrund: Der Weblog von Journalist Florian Klenk sei für alle Ministeriumsmitarbeiter gesperrt worden. Anstelle der Webseite tauche ein Hinweis auf, und es werde darauf hin gewiesen, dass die Zugriffe "automatisch protokolliert" und" im Falle eines konkreten straf- oder disziplinarrechtlichen Verdachtes ausgewertet werden".

Die Sprecherin von Ministerin Claudia Bandion-Ortner wies am Montag den Vorwurf als "absurd" zurück: "Ich kann ausschließen, dass Ihre Seite aufgrund kritischer Berichterstattung gesperrt wurde." Ein Erklärungsversuch: Wörter der Homepage könnten "in den Filter fallen", der "Kategorien wie 'Sex' oder 'Gambling' unterdrückt." "Ich bin erstaunt, dass mein Weblog vom Ministerium auf einmal mit Pornografie, Glücksspiel und Phishing in Verbindung gebracht wird", ärgerte sich Klenk. Laut Ministerium war es letztendlich der Filter - die Webseite wurde freigeschaltet. (pm, DER STANDARD, Printausgabe, 18.8.2009)

Share if you care.