Israels Top-Adresse

19. August 2009, 16:13
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Geschäftsmann Shahar führte Salzburgs Gegner Maccabi Haifa zu sechs Meistertitel in den ver­gan­genen neun Saisonen - Viertes Duell mit ÖFB-Club

Salzburg - Mit Maccabi Haifa wartet auf Red Bull Salzburg in der vierten und letzten Runde der Qualifikation für die Fußball-Champions-League der erfolgreichste israelische Club der jüngeren Vergangenheit. In den vergangenen neun Saisonen hat sich der 1913 gegründete Verein sechsmal zum Meister gekrönt, damit hat Haifa Rekordmeister Maccabi Tel Aviv klar in den Schatten gestellt. Der größte internationale Erfolg der Truppe aus der Hafenstadt war die Teilnahme an der Champions-League-Gruppenphase 2003/04, in der man vor allem mit einem 3:0-Heimsieg gegen Manchester United aufgezeigt hatte.

Maccabi Haifa spielte viele Jahre eine eher untergeordnete Rolle, der Cupsieg 1962 blieb lange Zeit der einzige Titel. Den ersten der bis heute elf Meistertitel eroberte Haifa (Beiname: "Die Grünen") erst 1984. Anfang der 90er Jahre übernahm Yaakov Shahar die Führung von Maccabi, der 68-jährige israelische Geschäftsmann und leidenschaftliche Fußball-Fan machte aus dem Club mit Geradlinigkeit und Konstanz den bestgeführten Israels und steht ihm auch heute noch vor.

Bekannte Namen

Maccabi hat zahlreiche bekannte Fußballer hervorgebracht, etwa Ejal Berkowitsch (später West Ham, Manchester City), Ronny Rosenthal (Liverpool, Tottenham) oder Yossi Benayoun (Liverpool). Auch der langjährige Österreich-Legionär Jerzy Brzeczek war einst Maccabi-Spieler (1999 bis 2000). Auf dem Trainerstuhl von Maccabi ist  auch Avram Grant (2000 bis 2002) gesessen, der dann bei Chelsea eine Zeitlang Chefcoach sein durfte.

Eines der besten Teams der Club-Historie hatte Haifa in der Saison 1993/94, in der man ohne Niederlage und mit 97 erzielten Toren Meister wurde und damit noch heute gültige israelische Rekorde markierte. Ausgerechnet nach dieser Saison scheiterte Maccabi jedoch im Sommer 1994 in der Champions-League-Qualifikation am damaligen SV Salzburg - mit einem Gesamtscore von 2:5 recht deutlich.

In beiden Partien spielte damals Alon Harazi für Haifa, der 38-jährige Abwehr-Routinier steht nach wie vor im Aufgebot der Israelis. Erfahrung mit der österreichischen Nationalmannschaft hat Haifa-Goalie Nir Davidovich, der im Juni 1999 mit Israel Österreich in der EM-Quali 5:0 abfertigte.

Maccabi Haifa ist bis dato dreimal im Europacup auf einen österreichischen Club getroffen, nach dem Out gegen Salzburg hatten die Israeli zweimal das bessere Ende für sich. In der 2. Runde des Cups der Cupsieger 1998 scheiterte die SV Ried (3:5) und in der Champions-League-Quali 2002 blieb Sturm Graz auf der Strecke (3:5). Das bis dato letzte Europacup-Duell zwischen Israel und Österreich stieg 2002 im UEFA Cup, damals bezwang Hapoel Tel Aviv den FC Kärnten deutlich (4:1).

Über Nordirland und Kasachstan

Der Weg in die vierte Quali-Runde und nach Salzburg führte das von Elisha Levy betreute Haifa über Nordirland und Kasachstan. Wie die Salzburger stiegen auch die Israelis erst in der zweiten Runde ins Geschehen ein, dort schossen sie Glentoran Belfast 6:0 (h) und 4:0 (a) aus dem Bewerb. Die Treffer gegen die Nordiren erzielten der neue georgische Goalgetter Wladimir Dwalischwili (2), Yero Bello (2), Shlomi Arbeitman (2), Lior Refaelov, Kapitän und Regisseur Yaniv Katan, Muhamad Gdir und Peter Masilela.

Gegen FK Aktobe war die Angelegenheit dann weit enger. Nach einem 0:0 in Kasachstand geriet Haifa daheim rasch 0:3 in Rückstand, zeigte dann aber tolle Moral, erzielte Tore durch Dwalischwili (2), Katan und Eyal Golasa und gewann noch 4:3. Diese Partie hat Haifa noch in seiner Heimstätte Kiryat Eliezer austragen dürfen, fürs Rückspiel am 25. August gegen die Salzburger muss Maccabi aber nach Tel Aviv ausweichen. Da das Kiryat Eliezer den UEFA-Champions-League-Richtlinien nicht entspricht, wird im Ramat-Gan-Stadion gespielt.

Im Gegensatz zu Salzburg steht Haifa noch nicht im Meisterschaftsbetrieb. Die "Ligat Ha'al" startet erst am kommenden Wochenende, Haifa trifft daheim auf Hapoel Akko. (APA)

 

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