Gen-Fehler erhöhen Leukämie-Risiko bei Kindern

17. August 2009, 11:59
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Auch andere Faktoren wie Infektionen könnten eine Rolle spielen

London - Wissenschaftler des Institute of Cancer Research haben genetische Fehler identifiziert, die das Risiko der häufigsten Form vom Leukämie bei Kindern erhöhen. Jede dieser drei genetischen Varianten steigert das Risiko um 30 bis 60 Prozent. Das Team um Richard Houlston betont aber in Nature Genetics, dass auch andere Faktoren wie Infektionen eine Rolle spielen könnten. Die häufigste Krebsform bei Kindern ist Leukämie, die rund ein Drittel aller Krebserkrankungen bei Kindern ausmacht. In Großbritannien erkranken an dieser Krebsform jedes Jahr etwa 500 Kinder. Ein Großteil von ihnen leidet an akuter lymphoblastischer Leukämie, in Österreich erkranken rund 50 Kinder jährlich daran.

Mehrere Erkrankungsursachen

Die Wissenschaft geht laut BBC davon aus, dass es wahrscheinlich nicht einen einzelnen Grund für die Erkrankung eines Kindes gibt. Vielmehr dürfte die Kombination einer Reihe von Faktoren entscheidend sein. Vielleicht spielen in manchen Fällen auch genetische Ursachen eine Rolle. Frühere Studien legten nahe, dass die Schädigung der Blutzellen im Mutterleib und andere Mutationen - möglicherweise ausgelöst durch verbreitete Infektionen - Auslöser sein könnten.

Die aktuelle Studie nutzte Technologien, die es ermöglichen, die gesamte DNA von Leukämie-Patienten auf Charakteristiken zu untersuchen, die bei gesunden Kindern nicht auftreten. Das Vorhandensein jeder der drei Varianten stand mit einer Erhöhung des Krankheitsrisikos in Zusammenhang. Selbst dann blieb das allgemeine Risiko eher gering. Laut Houlston liefern diese Studienergebnisse die ersten Beweise dafür, dass das Erbgut eine entscheidende Rolle beim Risiko an lymphoblastischer Leukämie zu erkranken spielt und zusätzlich erste Einblicke in die Entstehung der Krankheit. (pte/red)

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    Eine Reihe von Faktoren dürfte für die Erkrankung verantwortlich sein

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