"Pilgerwege durch den Wienerwald"

17. August 2009, 11:38
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Auf den Spuren einer Tradition Otto Kurt Knoll stellt in seinem Buch 32 Wallfahrtsorte vor - "WallfahrtsWeg WienerWald" per pedes, öffentlich oder im Pkw

Wien - Pilgern ist in Mode, allerorten werden Pilgerwege wiederentdeckt, a la Jakobsweg promotet oder neu zusammengestellt. Otto Kurt Knoll, stellvertretender Leiter des Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Wien, Kulturreferent des Landesfachverbandes für Reiten und Fahren in Niederösterreich sowie Initiator der Maria Gugginger Pilgerwege, hat ein Buch über "Pilgerwege durch den Wienerwald" herausgebracht.

Der Wienerwald als Wallfahrtsregion hat eine lange Tradition. Insgesamt 32 Wallfahrtsorte hat Knoll zu einem "WallfahrtsWeg WienerWald" verbunden, beginnend beim Grab des Hl. Leopold in Klosterneuburg bis ins Triestingtal und zurück. Historische und heimatkundliche Anmerkungen, Gebete und Abbildungen stimmen den potenziellen Pilger auf seine Reise ein, die entweder - ganz klassisch, aber beschwerlich - zu Fuß, meist umständlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder - am bequemsten - per Pkw anzutreten ist.

Trotz des Pilgerbooms scheint der Trend zum katholischen Wallfahren insgesamt eher rückläufig. So erscheint denn die Aufnahme mancher Orte fragwürdig, wenn etwa der Pfarrhistoriker von Ober-St. Veit mitteilt: "In der Pfarrchronik ist über Wallfahrten zu 'Maria Zuflucht der Sünder' nichts berichtet". Dennoch ist viel Interessantes zu finden, wie der völlig in Vergessenheit geratene Jakobspfad von Gaaden nach Kaltenleutgeben, wo sich erst 2008 ein bald aufgedecktes "Wunder" ereignete: Ein Siebenschläfer hatte sich unter dem Mantel der Gnadenstatue sein Winterquartier eingerichtet. Auch an Sünden der Vergangenheit wird erinnert, etwa den 1959 im Zuge des Baus der Umfahrungsstraße erfolgten Abriss der Purkersdorfer Ursprungskapelle oder die "Entfernung" der originalen Jugendstileinrichtung aus der Gugginger Wallfahrts- und einstigen Anstaltskirche St. Joseph in den 19060er Jahren.

Leider erfährt der interessierte Leser nichts über Öffnungs- oder Messzeiten, über weiterführende Kontakte oder eventuelle Homepages. Wer also die beschriebenen Kirchen aufsucht, tut es auf gut Glück. Schade auch, dass in den heimischen Verlagen offenbar immer weniger und immer schlampiger lektoriert wird. So findet man sich bei der Routenbeschreibung von Purkersdorf nach Mariabrunn plötzlich in Maria Anzbach (ein seltsamer Umweg), vom "Bundesportzentrum" über die "letze Ruhestätte" bis zum "Troppenberg" (statt Troppberg) reichen die Lapsi, und gezählte 25 Beistrichfehler müssten auch nicht sein. (APA)

Informationen:
Wienerwald

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    Der Wienerwald als Ort der religiösen Besinnung.

  • Otto Kurt Knoll, Pilgerwege durch den Wienerwald, 
Amalthea, ISBN 978-3-85002-677-2, 228 Seiten, 24,95 Euro
    foto: amalthea-verlag

    Otto Kurt Knoll, Pilgerwege durch den Wienerwald,
    Amalthea, ISBN 978-3-85002-677-2, 228 Seiten, 24,95 Euro

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