AK warnt vor dem "Russland-Schmäh"

17. August 2009, 11:02
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Mail-Absender geben vor, für einen ominösen "Zusammenschluss von Investoren in Zusammenarbeit mit Banken" zu sprechen

"Finanzanbieter haben den Wirtschaftskrisen-Schmäh entdeckt", schreibt die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) in einer Aussendung. Und der funktioniere folgendermaßen: "Übers Internet geben sie vor, im Namen russischer und ukrainischer Geschäftsleute Kredite zu günstigen Konditionen und ohne Sicherheiten zu vermitteln. Gegen Vorabzahlung diverser 'Gebühren'", erklärt AKNÖ-Konsumentenschützer Ernst Hafrank.

"Zusammenschluss von Investoren"

"Sehr geehrter Herr... Haben Sie Ihren Kredit schon bekommen oder suchen Sie noch?" So beginnen die E-Mails, die zur Zeit in Österreich und Deutschland Kursieren würden. Ein "Zusammenschluss von Investoren in Zusammenarbeit mit Banken", der sich auch als "eine Interessenvertretung russischer und ukrainischer Unternehmer" vorstellt, gaukelt den Mail-Empfängern dann vor, schnell, unbürokratisch und weitgehend ohne Sicherheiten Kredite zu vermitteln - in praktisch jeder Höhe und ohne Überprüfungen.

"Ich habe an die angegebene E-Mail-Adresse der Firma Inter Euro Credit eine Nachricht geschickt und innerhalb von zwei Stunden die Nachricht bekommen, dass mein Kreditantrag vorgenehmigt sei. Das eigenartige war, dass ich keinen Antrag gestellt habe, sondern einfach nur nähere Informationen wollte", schildert Hafrank seinen Selbstversuch.

Gebühr verlangt

Das Nachfolgemail überraschte ihn nicht sonderlich. "Sofort wurde von mir eine Gebühr von 45 Euro verlangt, angeblich für die Übersetzung des Kreditantrags. Das hat meine ursprünglichen Zweifel nur bestätigt." Die Gebühr hätte an eine Bank in Spanien überwiesen werden sollen. "Ein Klassiker", erörtert Hafranek: "Da wird versucht, Menschen, die ohnehin schon finanzielle Probleme haben, das Geld aus der Tasche zu ziehen. Vermutlich bleibt es nicht bei den 45 Euro, es dürften weitere Gebühren anfallen. Wer die Gebühr zahlt, sollte weder damit rechnen, einen Kredit zu bekommen, noch die angebliche Übersetzungsgebühr jemals wieder zu bekommen."

Der AKNÖ-Experte rät jedenfalls Empfängern solcher E-Mails zur Vorsicht: "Reagieren Sie nicht auf dieses E-Mail. Zahlen Sie nichts ein. Wenn jemand auf diese Art und Weise Kredite anbietet, können Sie davon ausgehen, dass das kein seriöses Angebot ist". (red)

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