Verzicht auf Weihwasser als Schutzmaßnahme

17. August 2009, 10:48
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Virologin: "In die Kirche zu gehen, ist nicht mehr oder weniger gefährlicher als die Straßenbahn oder die U-Bahn zu benutzen"

Wien - Wenn sich die Neue Grippe weiter verbreitet, könnte sich die katholische Kirche an den Maßnahmen zu deren Eindämmung beteiligen. Die Wiener Gratiszeitung "Heute" spekulierte am Montag gar mit dem Verzicht auf den Friedensgruß in der Messfeier oder dem Auslassen der Weihwasserbecken. Wirklich so gefährlich?

"Grundsätzlich könnten solche Maßnahmen etwa den Friedensgruß oder die Form der Kommunion betreffen", wurde Erich Leitenberger, Sprecher der Erzdiözese Wien, zitiert. Und das Leeren der Weihwasserbecken wäre "liturgisch" kein Problem. Die Wiener Virologin Monika Redlberger jedenfalls sieht in Kirchen keine überbordende Gefahr für die Virusübertragung: "In die Kirche zu gehen, ist nicht mehr oder weniger gefährlicher als die Straßenbahn oder die U-Bahn zu benutzen."

Das Weihwasser ist eine Frage der Temperatur. Die Expertin: "Im Prinzip 'halten' sich Viren umso länger, je kühler es ist. Ideal wäre eine Temperatur von minus 80 Grad Celsius. Je kälter es an Oberflächen und in feuchter Umgebung ist, desto länger können Influenzaviren infektiös bleiben."

Allerdings, so Monika Redlberger: "Bei den neuen A(H1N1)-Viren haben für die Temperaturen noch keine Daten. Es gab hier einige Daten für die H5N1-'Vogelgrippe'." Die normalen saisonalen Grippeviren wären kürzer infektiös. Jedenfalls sei nicht zu erwarten, dass die Kirchen der kritische Ausbreitungsort für die Neue Grippe werde. (APA)

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