Apples neue Mission: Die Rettung des App Store

17. August 2009, 10:08

Marketing-Chef Phil Schiller setzt persönlich sich mit Entwicklern abgelehnter Apps in Verbindung

Seit Apple den App Store im vergangenen Sommer aufgesperrt hat, hat der Online-Shop für iPhone- und iPod Touch-Anwendungen immer wieder Kritik eingeheimst. Haben bisher von Apple abgelehnte Applikationen "nur" für negative Schlagzeilen gesorgt, so wird der Prozess nun auch von der US-Regierung unter die Lupe genommen. Die Federal Communications Commission (FCC) untersucht, wieso die Google Voice-App nicht zugelassen wurde. Apple hat den Ernst der Lage erkannt und schickt nun Marketing-Chef Phil Schiller höchst persönlich in den Ring, um Entwickler abgelehnter Apps zu kontaktieren und mit ihnen eine Lösung zu finden, wie ihre Programme doch noch zugelassen werden.

Abgelehnte Zaubertrick-App

Ein Beispiel dafür ist die Zaubertrick-Anwendung Rising Card von Theory11. Wie Techcrunch berichtet, sei die Anwendung zunächst abgelehnt worden, da sie die Nutzer verwirren würden, so Apples Begründung. Bei Theory11 sei man nach monatelanger Entwicklungszeit für die Spaßanwendung natürlich enttäuscht gewesen und habe auch den Grund für die Ablehnung nicht verstanden, immerhin sei die Täuschung der Anwender ja der Sinn des Zauberprogramms. Die unverständliche Ablehnung von Rising Card sei schließlich von Bloggern aufgegriffen worden.

Nachricht von Schiller und Shoemaker

Wenige Tage später hätten die Entwickler von Theory11 einen ungewöhnlichen Anruf erhalten: Phil Schiller habe sich mit ihnen in Verbindung gesetzt und versichert, dass sich sein Team die App nochmals ansehen werde und die Entwickler Nachricht von Phil Shoemaker erhalten würden, Apples Director of Applications Technology. Wie Theory11-CEO Jonathan Bayme gegenüber Techcrunch erklärte, habe sich Shoemaker noch am darauffolgenden Tag mit ihnen in Verbindung gesetzt. Die Anwendung sei daraufhin noch am selben Tag für den App Store zugelassen worden. Es habe zwar einen ganzen Monat gedauert, aber Apple sei sehr entgegenkommend gewesen und habe den Entwicklern wirklich zugehört, so Bayme.

Vorgehen hat Methode

Einerseits wirkt es etwas merkwürdig, wenn sich der Marketing-Chef von Apple persönlich bei den Entwicklern meldet, andererseits hat Apple so ähnlich bereits in der Vergangenheit agiert. Nachdem der Online-Dienst Mobile Me mit vielen Problemen gestartet war, hatte sich auch CEO Steve Jobs selbst eingeschaltet. Nun, wo es für Apple aufgrund der restriktiven App Store-Politik nach Ärger riecht, handelt der Konzern aus Cupertino wieder so.

Neue Strategie

Schiller und Shoemaker werden sich nicht mit jedem einzelnen Fall auseinandersetzen, sondern wohl eher mit jenen, über die in Medien und Blogs berichtet wird. Apple macht aber deutlich, dass es im Begriff ist, seine App Store-Strategie zu ändern. Das iPhone-PR-Team sei bereits in zwei Bereiche für Hardware und Software aufgespaltet worden. Techcrunch vermutet, dass als nächster Schritt der Genehmigungsprozess für den App Store überarbeitet werden wird. (red)

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11 Postings
Buchstabierer
00
17.8.2009, 20:40
Kreditkarten

Apple kann z.B. auch nicht verstehen, dass man in zwei Ländern wohnt.
Wenn die Kreditkarte auf ein anderes als das angegebene Wohnland ausgestellt wurde, hat man Pech. An dieser gewohnt naiv-dümmlichen, US-amerikanischen Apple-Sturheit scheiterte bisher jeder.

hulkjr
00
22.8.2009, 11:56
das schafft leider pay pal

auch nicht. total bescheuert.

martin treiber
03
17.8.2009, 14:48
AAA - Apple Approval Absurdities

Die Absurdität der Apple Approval Policy habe ich bereits am eigenen Leib erfahren. Meine erste iPhone App (Bluetooth Data Sharing zwischen iPhones) wurde wegen zwei Rechtecken (ein schwarzes, abgerundetes und ein kleineres weisses - siehe http://tinyurl.com/rcojls und http://tinyurl.com/mj4p3q) abgelehnt. Begründung: Trademark Infringement - siehe http://tinyurl.com/9en93

Auf die Nachfrage, was genau das Problem denn gewesen sei, wurde eine schlanke zwei (!) Zeilen lange Zusammenfassung der ersten Mail geschickt. Da kommt man sich schon ein wenig auf die Schaufel genommen vor...

Die App wurde mittlerweile neu designt und eingeschickt. Apple hat bisher noch nicht geantwortet.. wer weiss, vielleicht antwortet ja Phil Schiller himself ;-).

Monopoly mit Hut
00
17.8.2009, 15:10

Ich kann da jetzt nur mutmaßen aber ich glaube, Deine "Rechtecke" sehen einfach nicht aus wie iPhones, sollen aber solche darstellen.

Wenn Du echte Apple-Produkte darstellen möchtest, dann musst Du diesen Punkt in den Guidelines befolgen:
"The image is an actual photograph of the genuine Apple product and not an artist’s rendering (Note: You must obtain express written permission from Apple before using any photograph owned or licensed by Apple)."

aceFruchtsaft
00
17.8.2009, 19:26

Der Absatz bezieht sich ganz eindeutig auf "promotional/advertising materials". Dass man für ein Icon in einer App -- worum es hier offensichtlich geht -- keine photorealistische Darstellung wählt, sollte jedem klar sein.

Apple ist einfach krank, das bestätigen wiedermal ihre Guidelines. Aber Hochmut kommt vor dem Fall, das hat die Geschichte oft genug gezeigt.

martin treiber
00
17.8.2009, 15:34

Die Rechtecke können Sie im vorherigen Posting finden, wenn Sie den Links folgen. Und ja, die Rechtecke sollen iPhones darstellen: es ist ja eine iPhone (!) App, wo zwischen iPhones (!) Daten ausgetauscht werden. Was liegt also näher, als entsprechende Symbole in einer iPhone App zu verwenden?
Ich gestehe freilich Apple das Recht zu seinen privaten Store nach Gutdünken zu verwalten, und Regeln nach deren Geschmack aufzustellen. Aber was mich stört, ist die Art und Weise wie man als Developer in solchen Dingen behandelt wird. Eine automatisch generierte Mail ist halt nicht das, was man auf Anfrage hin erwartet. Es gibt zudem mehere Apps, wo derartige iPhone Symbole kein Problem waren und die akzeptiert wurden. Warum das dann?

Lew Ashby
00
17.8.2009, 16:38

das "problem" hast aber bei vielen herstellern.

Peter W1
 
41
17.8.2009, 22:49

Bei keinem anderen! Nirgendwo gibt es für eine Plattform einen einzigen Store weltweit um an Software zu kommen!

Stalinstore eben. Und jetzt kriegt Apple wegen Windows Mobile und Android Panik, weil sie die Folgen ihres Monopolismus zu spüren bekommen. die EntwicklerInnenszene wandert ihnen schlicht ab. Inzwischen gibt es bereits mehr apps für Android als fürs iPhone (von Windows Mobile ganz zu schweigen. Da gibt es ein Vielfaches an Applikationen). Das zeigt wie schnell Apple den Kontakt verliert.

Lew Ashby
00
18.8.2009, 20:40
"Inzwischen gibt es bereits mehr apps für Android als fürs iPhone (von Windows Mobile ganz zu schweigen."

zahlen, peter, zahlen ... winmo lass ich mir ja noch einreden (ist ja auch x jahre länger am markt), aber für android will ich bitte fakten lesen ...

martin treiber
11
18.8.2009, 12:15

Naja, es gibt schon Alternativen zum Apple App Store: http://www.apptism.com/ ist eine davon. Allerdings ist freilich der Bekanntheitsgrad und die Usability nicht so wie bei iTunes (siehe http://www.pcmag.com/article2/... 6,00.asp).
Wenn meine App - aus welchen Gründen auch immer - wieder abgelehnt wird, dann ist dieser Store sicher eine Alternative.

Lew Ashby
01
18.8.2009, 11:08

es geht um das verwenden von firmenlogos und deren produkten, nicht darum, ob und wie der appstore funktioniert, also fahr deine giftzähne wieder ein stalin' dich selber ...

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