Intercell mit mehr Umsatz und höherem Verlust

17. August 2009, 09:31
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Impfstoffentwickler steigerte die Erlöse im ersten Halbjahr um 15,2 Prozent, der Periodenverlust beträgt 11,3 Millionen Euro

Wien - Der börsenotierte Wiener Impfstoffentwickler Intercell konnte im ersten Halbjahr die Umsätze um 15,2 Prozent auf 20,3 (erstes Halbjahr 2008: 17,6) Mio. Euro steigern. Erste Produktumsätze in Höhe von 2,9 Mio. Euro erzielte die Gesellschaft in Europa und den USA. Der Periodenverlust verschlechterte sich auf 11,3 (8,7) Mio. Euro. Der Nettomittelabfluss belief sich auf 28,6 (25,4) Mio. Euro. Der Cash-Bestand ging auf 154,4 Mio. Euro zurück, nach 190,9 Mio. Euro per Ende des Geschäftsjahres 2008, teilte Intercell am Montag ad-hoc mit.

Im zweiten Quartal konnten die Umsätze auf 14,9 (9,0) Mio. Euro erhöht werden, das Periodenergebnis verbesserte sich auf -3,1 (-4,0) Mio. Euro. Intercell liegt mit diesen Werten über den Erwartungen heimischer Analysten, die für das zweite Quartal im Schnitt einen Umsatz von 11,5 Mio. Euro und ein Periodenergebnis von -6,3 Mio. Euro erwartet haben.

Weitere Zulassungen für Ixiaro erwartet

Intercell geht davon aus, dass weitere globale Zulassungen von Ixiaro, einem Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis, das kommerzielle Potenzial erhöhen werden. Ixiaro wurde auf den Märkten in Europa, den USA und Australien eingeführt. Die Impfung werde sowohl US-Bürgern, die in endemischen Gebieten Asiens leben, als auch Reisenden empfohlen. Mit dem US-Verteidigungsministerium sei ein mehrjähriger Exklusiv-Vertrag über den Ankauf von Ixiaro abgeschlossen worden. Erste Produktlieferungen an die militärische Versorgungseinheit verliefen nach Plan. Zulassungen in weiteren Märkten (z.B. Kanada, Schweiz) sowie der Start von Phase IV/Post-Marketing Studien werden in Kürze erwartet. Der Beginn der klinischen Phase III-Studien für den Kinderimpfstoff erwartet Intercell in den USA, Europa und Asien für das 2. Halbjahr 2009. Die erste Lizenz wird Ende 2010 in Indien erwartet. Eine Erweiterung für Reisende, die älter als sechs Monate sind, ist für 2012 geplant.

Die Rekrutierung der Phase II-Studie für das immunstimulierende Impfpflaster (Vaccine Enhancement Patch, VEP) ist abgeschlossen. Gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde (HHS) soll eine Einmal-Impfung gegen pandemische Grippe entwickelt werden

Impfpflaster gegen Reisedurchfall

Der Start der Phase III-Studie für das Impfpflaster gegen Reisedurchfall ist für das 4. Quartal 2009 geplant. Die Situation hinsichtlich der H1N1-Grippe wird weiterhin beobachtet, es wird jedoch in Kürze mit dem Start der Studie in Mexiko und Guatemala gerechnet. Ergebnisse der klinischen Phase II-Studie zeigten bereits, dass Reisende, denen das Impfpflaster verabreicht wurde, signifikant seltener an Reisedurchfall erkranken, so Intercell.

Merck & Co., Inc. hat Intercell informiert, dass die Rekrutierung für die Phase II/III-Studie ("Proof of Concept") des Impfstoffkandidaten gegen S. aureus voranschreitet. Erste entscheidende und aussagekräftige Interimsanalysen werden, anders als bisher angenommen, erst nach 2009 erwartet, da die Aufnahme von Probanden und das Auftreten von S.-aureus-Infektionen langsamer als erwartet verläuft.

Die Ende 2008 gestartete Phase II-Studie des Impfstoffkandidaten gegen Pseudomonas-aeruginosa-Infektionen verläuft nach Plan. Erste Ergebnisse werden für Ende 2009 erwartet.

Weiters in der Produktpipeline befindet sich der Streptokokkus-Pneumoniae-Impfstoff. Erste Ergebnisse der klinischen Phase I-Studie werden Ende 2009 erwartet. Der Plan einer strategischen Partnerschaft beim therapeutischen Hepatitis-C-Impfstoff werde weiter verfolgt. Beim Tuberkulose-Impfstoff verläuft die klinische Phase I/II planmäßig. (APA)

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