Grenzübergang zum Süden offen

17. August 2009, 07:37
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Noch am Sonntag drohte Nordkorea dem südlichen Nachbar mit einem Atomschlag wegen des gemeinsamen Militär-Manövers mit den USA

Seoul - Nordkorea hat einer erneuten Öffnung der Grenze zu Südkorea für Tourismus und Familienzusammenführungen zugestimmt. Demnach soll künftig der Grenzübertritt auf dem Landweg wieder möglich sein, wie die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag meldete.

Der Entscheidung ging ein Treffen zwischen Machthaber Kim Jong Il und der Chefin des südkoreanischen Hyundai-Konzerns, Hyon Jong Un, voraus. Die Hyundai Group betreibt einen Ferienpark für Südkoreaner im Norden und ein Gewerbegebiet jenseit der Grenze. Beides sind lukrative Einnahmequellen für die nordkoreanische Führung. Im Oktober soll es zudem wieder Treffen von Familien geben, die seit dem Krieg von 1953 getrennt sind.

Diese Projekte stagnierten oder gerieten in Gefahr, seit sich die Beziehungen zwischen beiden Staaten mit der Amtsübernahme von Südkoreas Präsident Lee Myung Bak vor 18 Monaten abgekühlt hatten. Lee fährt einen härteren Politikkurs gegenüber dem Norden. Zwischen beiden Staaten gilt seit dem Krieg 1953 ein Waffenstillstand, aber kein Friedenvertrag.

Mänöver verschlechtert Beziehungen

In der jüngsten Zeit verschlechterten sich die Beziehungen zwischen beiden Staaten auch deswegen, weil Nordkorea die Entwicklung von Atomwaffen mit Tests und Raketenerprobungen forcierte. Erst am Sonntag drohte Nordkorea den USA und Südkorea mit einem Atomschlag. Anlass ist der Beginn eines gemeinsamen Militärmanövers der USA und Südkoreas am Montag.

Mit Atomwaffen bedrohen - Mit Atomwaffen vernichten

Sollten die beiden Länder die Koreanische Demokratische Volksrepublik mit Atomwaffen bedrohen, würden sie mit Atomwaffen vernichtet, hieß es in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA in Pjöngjang am Sonntag unter Berufung auf einen Militärvertreter verbreiteten Meldung. Die USA und die südkoreanische Regierung von Präsident Lee Myung-bak sollten erkennen, dass die nordkoreanische Armee fest entschlossen sei, "Aggressoren gnadenlos auszuradieren".

Südkorea und die USA beginnen am Montag ein Manöver mit Computer-Simulationen und Kommunikationsübungen. Pjöngjang bezeichnete die Übung als "Manöver für einen Atomkrieg" gegen Nordkorea. An der jährlich abgehaltenen Militärübung Ulchi Freedom Guardian, die bis 27. August laufen soll, sind 10.000 US-Soldaten und eine unbekannte Zahl südkoreanischer Soldaten beteiligt. Beide Länder betonten, die Manöver dienten nur zur Verteidigung. Nordkorea hatte die alljährlichen Übungen in der Vergangenheit stets als Bedrohung verurteilt. Das in Südkorea stationierte UNO-Kommando hatte die nordkoreanische Volksarmee über die Übungen wie üblich vorher informiert. (APA/Reuters)

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    Protest in Südkorea gegen das gemeinsame Militär-Maneuver mit den USA.

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    Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il und die Chefin des südkoreanischen Hyundai-Konzerns, Hyon Jong Un (erste Reihe links), einigten sich auf die Öffnung des Grenzübergangens.

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