Baumeister der "schwarzen Gefängnisse"

16. August 2009, 19:39
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Kyle "Dusty" Foggo plante die CIA-Geheimgefängnisse

Kyle D. Foggo, von seinen Freunden "Dusty" genannt, hat die zweifelhafte Ehre, der höchstrangige CIA-Beamte zu sein, der jemals strafrechtlich verurteilt wurde - derzeit sitzt der 55-Jährige in einem Gefängnis in Kentucky. Allerdings ist diese Strafe nicht die von vielen gewünschte ausgleichende Gerechtigkeit für die Rolle, die er bei den "black prisons", den Geheimgefängnissen der CIA, spielte, sondern eine Strafe wegen Betrugs.

Foggo war und ist, was man einen "man's man" nennt, ein Kumpel, der dicke Zigarren raucht, Bourbon trinkt und von dem man weiß, dass er alles beschaffen kann: Geld, Waffen, Transportflugzeuge. Kein Wunder also, dass sich die Regierung von George W. Bush 2003, eineinhalb Jahre nach den Anschlägen von 9/11 und ein halbes Jahr nach Beginn des Irakkrieges, an Foggo erinnerte, damals Leiter der CIA- Außenstelle in Frankfurt am Main. Sein Auftrag: geheime Gefängnisse für Terroristen bauen.

Was "Dusty" auch prompt erledigte. Drei Gefängnisse für je ein Dutzend Insassen ließ er diskret in Marokko, an einer belebten Straße in der rumänischen Hauptstadt Bukarest und in einem zweiten Land des früheren Ostblocks bauen. Die Gefangenen dürften dort gefoltert worden sein. Das US-Justizministerium prüft die Eröffnung eines Verfahrens.

Der 1954 geborene Kyle Dustin Foggo wuchs in San Diego auf und besuchte die dortige Universität, bevor er in die CIA eintrat. Zu seinen Auslandsposten zählte in den 80er-Jahren auch Honduras, wo die CIA Todesschwadrone ausbildete und John Negroponte, Bushs späterer Geheimdienstkoordinator, Botschafter war.

Für das Weiße Haus wurde Foggo aber erst 2003 ein unentbehrlicher Partner. 20 Millionen Dollar hatte er für seine Geheimaufträge, von denen das CIA-Hauptquartier angeblich nichts wissen sollte. Als Anerkennung für seine Dienste wurde der CIA-Mann aus Frankfurt 2006 zur Nummer drei der Behörde ernannt. Allerdings nutzte Foggo seine hohe Stellung auch dazu aus, der Firma eines Jugendfreundes lukrative Kontrakte zukommen zu lassen - bis er die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft auf sich zog und des Betruges angeklagt wurde.

In den 1980ern war Foggo in Vienna, Virginia, einem Vorort von Washington, stationiert. Während dieser Zeit soll er einen Österreicher, der ihm im Verkehr den Weg abgeschnitten hatte, mit einem Baseballschläger verprügelt haben. Die österreichische Regierung legte daraufhin Protest bei der US-Botschaft in Wien ein. (Susi Schneider/DER STANDARD, Printausgabe, 17.8.2009)

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    Kyle "Dusty" Foggo

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