Hindemith-Preis an Johannes Maria Staud

16. August 2009, 19:27
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Österreichischer Komponist wird ab 2010 "Kapellkompositeur" in Dresden

Hamburg - Am Freitag, drei Tage vor seinem 35. Geburtstag, erhielt Johannes Maria Staud in Hamburg den renommierten Paul Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert und wurde von der Schweizer Paul Hindemith-Stiftung und drei Hamburger Stiftern aufgebracht.

Eine derartige Hilfe sei hochwillkommen, wenn man vom Komponieren leben will, sagt Staud, der schon als Zehnjähriger davon träumte, Musik zu schreiben. Vom Beginn des Studiums 1994 an der Musikhochschule Wien stand für ihn der künftige Beruf fest. Inzwischen hat Staud für unterschiedlichste Besetzungen geschrieben, vom Solostück bis zum großen Orchesterwerk.

Bei der Preisverleihung wurde ein Stück für Flöte, Harfe und Bratsche gespielt. "Der Klangrahmen ist dadurch eng. Aber das ist eine echte Herausforderung, Neues zu erfinden", sagt Staud. Neue Musik habe es schwer: "Selbst wenn nur fünf Prozent der Musikfreunde Neues wollen, hat das seine Berechtigung."

Man müsse neue Musik nicht analysieren wollen, sondern nur einfach offen sein, betont der gebürtige Innsbrucker: "Am liebsten ist mir ein neugieriger Saal." Auch fürs Musik-Theater hat er bereits gearbeitet. Seine abendfüllende Oper "Berenice" - uraufgeführt 2004 in München - basiert auf einer Erzählung von Edgar Alan Poe. Die Besetzung: zwei Schauspieler, drei Sänger, ein kleiner Chor für Nebenrollen und elektronische Instrumente. "Elektronik allein bedeutet aber noch nicht moderne Musik." Die Idee für eine zweite Oper hat er bereits im Kopf.

Mit Deutschland wird Johannes Maria Staud eng verbunden bleiben. Die Direktion der Staatskapelle Dresden hat ihn für 2010 zum "Kapellkompositeur" berufen. (APA)

 

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    Johannes Maria Staud

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