Die Gier nach dem Adrenalin-Kick

16. August 2009, 18:21
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Weshalb Florian P. in den Kremser Merkur-Markt einstieg

"Er hat den Adrenalinschub gebraucht", sagte der Bruder von Florian P., dem erschossenen 14jährigen Supermarkt-Einbrecher. Verstörend, aber wahr: Jugendlichen Einbrechern geht es selten primär um die materielle Seite der Beute, sondern um den Kick, den Thrill, die Action. Die Menschen suchen oft das Riskante, Illegale, Verbotene oder sonstwie Gefährliche, um der Langeweile zu entgehen. Und wie beim Drogenkonsum gibt es beim Adrenalinkick das Steigerungskalkül. Man will das Gefühl immer wieder und immer öfter haben. Bei Jugendlichen in unterprivilegierten Wohngegenden kommt noch hinzu: Man hängt ab im Viertel, aber im Viertel ist nichts los. Im Überfluss ist nur eines vorhanden: Zeit. Die Intensitätsgier und der Lebensappetit, der sich dadurch ausdrückt, ist gar nicht schlecht - allemal besser als Phlegma. Schlecht ist nur, wenn die Umstände danach sind, dass der Erlebnishunger in destruktive und selbstzerstörerische Bahnen geraten.

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