VW-Porsche-Fusion 2010 möglich

16. August 2009, 17:49
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Katar wird mit 17 Prozent drittgrößter Eigner bei VW - Rennen um Opel geht weiter

Wolfsburg - Volkswagen hält eine Verschmelzung mit Porsche bereits im kommenden Jahr für möglich. Wenn die Situation an den Finanzmärkten besonders günstig sei, könnten die Konzerne durchaus schon 2010 verschmelzen, sagte VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch der Tageszeitung Die Welt. Das sei aber ein sehr optimistisches Szenario.

Die beiden Autobauer hatten am Donnerstag vereinbart, dass Porsche voraussichtlich binnen zwei Jahren, also bis 2011, als zehnte Marke im VW-Konzern aufgeht. Dabei wird die Porsche Holding am Ende mit VW verschmolzen. In einem ersten Schritt beteiligt sich der Wolfsburger Konzern nun zunächst mit 42 Prozent am Sportwagengeschäft von Porsche.

Nach dem Fusionsbeschluss ist auch der Einstieg des Emirats Katar bei dem Autokonzern unter Dach und Fach. Katar erhält zehn Prozent der Porsche-Stammaktien aus dem Bestand der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. Außerdem übernimmt die staatliche Investmentgesellschaft Katar Holding den Großteil der Optionen auf VW-Stammaktien, die Porsche noch hält. Wie viele Aktien das sind, wollte Porsche nicht mitteilen. Fest steht aber, dass die Familien Porsche und Piëch im neuen VW-Konzern weniger zu sagen haben werden: Ihr Anteil der Stimmrechte fällt von mehr als 50 Prozent auf nur noch 35 bis 39 Prozent.

Für den geplanten Kauf des separaten Porsche-Autohandels in Salzburg wird Volkswagen den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch 3,55 Milliarden Euro zahlen. Nach der Entschuldung des größten Autohändlers Europas würden vom Kaufpreis rund "drei Milliarden übrigbleiben", sagte Pötsch.

Winterkorn warnt Magna

Für Aufregung sorgte indes die Aussage von VW-Chef Martin Winterkorn in Richtung Opel-Bieter Magna. Wenn Volkswagen das Gefühl habe, dass Opel durch Magna bevorzugt werde, könne es sein, dass der austrokanadische Zulieferer keine Aufträge mehr aus Wolfsburg bekomme. "Wer bei der Rettung von Opel und der Beteiligung von Magna von Wettbewerbsverzerrungen redet, erhofft sich durch den Niedergang von Opel den eigenen Wettbewerbsvorteil", konterte der Vorsitzende des Opel-Betriebsrats Klaus Franz. Die Androhung, Magna Aufträge zu entziehen, komme einer Erpressung gleich, die den Prinzipien einer sozialen Marktwirtschaft widerspreche.

Opel-Mutter General Motors hat sich noch nicht für einen der beiden Opel-Bieter entschieden. Das Unternehmen bestätigte den Erhalt eines neuen Angebots des Magna-Konsortiums am Donnerstag. Man werde dieses mit dem "attraktiven Vorschlag" des belgischen Finanzinvestors RHJI vom 20. Juli vergleichen, hieß es in einem Firmenblog. (APA, Reuters, red, DER STANDARD, Printausgabe, 17.8.2009)

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