Alleinerziehende warnen vor unfairer Lösung

16. August 2009, 12:34
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Alleinerzieher-Sprecherin Wöran befürchtet Benachteiligung: Kinder von getrennt lebenden Paaren sollen weniger Geld bekommen

Die AlleinerzieherInnen befürchten, dass die Regierung sie beim Kindergeld benachteiligen wird. Sollte jene gesetzliche Regelung kommen, die derzeit kolportiert wird, wäre dies ungerecht gegenüber Elternteilen, die ihre Kinder allein großziehen, kritisiert Elisabeth Wöran, Geschäftsführerin der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende am Sonntag auf Ö1.

"Warum wird ein Kind eines zusammen lebenden Paars anders behandelt als eines von einem getrennt lebenden", bringt Wöran ihren Unmut auf den Punkt. Dabei geht es um die unterschiedliche Bezugsdauer, die auch im Mittelpunkt des Streits zwischen Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Familien-Staatssekretärin Gabriele Marek (ÖVP) steht. Heinisch-Hosek will, dass Alleinerziehende mit wenig Einkommen zwei zusätzliche Monate Kindergeld lukrieren dürfen. Marek plädiert hingegen dafür, dies nur auf Härtefälle zu beschränken, zum Beispiel wenn ein Partner verstirbt.

Alleinerziehende: Zuschuss weiter bezahlen

Nun sieht es danach aus, als sollten zusammenlebende Eltern, die beide in Karenz gehen, auch künftig länger Kindergeld beziehen als Alleinerziehende, beklagt Wöran. Sie verlangt auch für Alleinerziehende die volle Bezugsdauer. Außerdem will sie, dass auch getrennt lebende Väter in Karenz gehen dürfen.

Außerdem fordert Wöran, dass der Kindergeld-Zuschuss nicht gestrichen wird. Der Zuschuss kommt derzeit auf 180 Euro und kommt ärmeren Familien zugute. Die Regierung plant, den Bezieherkreis zu verkleinern. Geht es nach Wöran, soll der Zuschuss weiter wie bisher zur Verfügung stehen und auch nicht zurückbezahlt werden müssen, da man sonst der Armutsgefährdung der Betroffenen keinen Vorschub leiste. (red, derStandard.at, 16.8.2009)

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