Moussavi will Bewegung initiieren

16. August 2009, 10:32
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Weitere Oppositionelle im Iran angeklagt

Teheran - Der bei der iranischen Präsidentenwahl unterlegene Herausforderer von Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad und ehemalige Premierminister Mir-Hossein Moussavi will seinen Protest gegen den von der Opposition als manipuliert angesehenen Wahlausgang laut Zeitungsberichten mit einer neuen Bewegung mit der Bezeichnung "Grüner Pfad der Hoffnung" fortsetzen. Die Bewegung solle den Iranern helfen, ihre rechtmäßigen Ansprüche durchzusetzen, zitierte die Reformzeitung "Etemad Melli" den Politiker am Sonntag.

Die Bewegung setze sich aus "zahllosen" unabhängigen sozialen Netzwerken zusammen, sagte er demnach. Moussavi habe sich bei einem Treffen muslimischer Ärzte geäußert, berichtete "Etemad Melli". Das Blatt machte keine Angaben über den Zeitpunkt des Treffens. Moussavi hatte jüngst angekündigt, er wolle eine politische Bewegung ins Leben rufen, um weiter gegen den umstrittenen Wahlsieg von Ahmadinejad anzukämpfen.

Im Iran ist am Sonntag der Massenprozess gegen Gegner der Wiederwahl Ahmadinejads fortgesetzt worden. Zum dritten Termin des von der Opposition als "Schauprozess" kritisierten Verfahrens wurden 25 Angeklagte in den Volksgerichtshof in Teheran gebracht, wie die Nachrichtenagentur IRNA berichtete. In dem Prozess müssen sich insgesamt mehr als 100 Oppositionelle verantworten. Unter den Angeklagten sind auch iranische Mitarbeiter der britischen und der französische Botschaft in Teheran sowie die französische Sprachlehrerin Clothilde Reiss. Von rund 4000 nach den Demonstrationen gegen die Juni-Wahl Verhafteten sitzen nach offiziellen Angaben noch 110 im Gefängnis. Die Opposition beziffert die Zahl der Inhaftierten auf doppelt so hoch. Ihnen wird unter anderem Gefährdung der nationalen Sicherheit vorgeworfen, worauf theoretisch die Todesstrafe steht. (APA/AFP/Reuters)

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