Stahlarbeiter nahmen Regierungsvertreter als Geisel

16. August 2009, 10:09
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Protest gegen Privatisierung einer Stahlfabrik - Besetzung des Firmensitzes am Samstag beendet

Peking - Aus Protest gegen die Privatisierung ihres Unternehmens haben mehrere hundert Stahlarbeiter im Osten Chinas tagelang den Firmensitz belagert und einen Regierungsvertreter als Geisel genommen. Am Samstag gaben sie schließlich auf, wie ein Behördensprecher in der Stadt Anyang erklärte. Er dementierte einen Bericht, wonach bewaffnete Polizisten die Protestaktion beendet hatten. Die etwa 400 Arbeiter der Stahlgesellschaft Linzhou und ihre Angehörigen hätten das Gelände freiwillig geräumt, sagte er.

Das staatliche Unternehmen in der Provinz Henan wurde einem Bericht der Zeitung "China Daily" zufolge im Juli an einen privaten Investor verkauft. Viele Mitarbeiter seien gekündigt worden, sie hätten nur geringe Abfertigungen erhalten, schrieb das Blatt.

Im Juli war während eines ähnlichen Protests von Stahlarbeitern im Nordosten Chinas ein Manager erschlagen worden. Der Aufstand in Tonghua in der Provinz Jilin führte schließlich dazu, dass die Pläne für eine Übernahme des staatlichen Betriebs fallen gelassen wurden. (APA/AP)

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