Seoul fordert Pjöngjang zum Dialog auf

15. August 2009, 23:22
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"Atomwaffen keine Sicherheitsgarantie"

Seoul - Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak hat die kommunistische Führung Nordkoreas zum Stopp ihres Atomprogramms und zur Wiederaufnahme von Gesprächen aufgefordert. Atomwaffen stellten keine Sicherheitsgarantie dar und würden die Zukunft Nordkoreas nur belasten, sagte Lee am Samstag bei einer Rede anlässlich des Jahrestages der koreanischen Unabhängigkeit von japanischer Kolonialherrschaft (1910 - 1945). Zugleich stellte er im Gegenzug für die Beendigung des Nuklearprogramms Hilfen in Aussicht. Außerdem kündigte er an, im Falle eines Einlenkens eine neue Friedensinitiative anzustoßen.

Lee forderte den Norden auf, sich in Gesprächen gemeinsam "das Herz auszuschütten" und Wege zu diskutieren, wie das Atomprogramm gestoppt werden könne. "Wir würden gern eine Möglichkeit finden, wie Nordkorea sich selbst verteidigen und beide Koreas zusammen prosperieren können", sagte Lee. Südkorea sei jederzeit zu Gesprächen auf jeder Ebene bereit.

Am Donnerstag hatte Nordkorea einen südkoreanischen Ingenieur freigelassen, der wegen Kritik an der kommunistischen Führung in Pjöngjang viereinhalb Monate festgehalten worden war. Der Mann war Mitte März in dem von Nordkorea und Südkorea gemeinsam betriebenen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong festgenommen worden.

Die Spannungen in der Region hatten sich durch den Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete im April und einen zweiten Atomtest in Nordkorea am 25. Mai verschärft. Nach einer Verurteilung durch den Weltsicherheitsrat wegen des Raketenstarts hatte sich Nordkorea im April von den seit 2003 laufenden Gesprächen über den Abbau seines Atomwaffenprogramms zurückgezogen. (APA/dpa)

 

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