Verurteilter US-Bürger zurück in den Vereinigten Staaten

20. August 2009, 08:21
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John Yettaw war Anfang Mai zur Villa von Aung San Suu Kyi geschwommen - Er würde es jederzeit wieder tun, erklärte der Mormone in einem Interview

Chicago - Der in Burma freigelassene US-Amerikaner John Yettaw ist in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Der 53-Jährige traf am Mittwoch auf dem Internationalen Flughafen von Chicago ein. Yettaw wirkte geschwächt, saß in einem Rollstuhl und trug eine Atemschutzmaske. Der in Burma zu sieben Jahren Haft verurteilte Mann hatte am Sonntag das Land verlassen dürfen, um über Thailand in die USA zurückzukehren.

US-Senator Jim Webb hatte bei der Militärjunta Yettaws Freilassung erwirkt. Yettaw war Anfang Mai über einen See zur Villa der Friedensnobelpreisträgerin und Vorsitzenden der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) Aung San Suu Kyi geschwommen, die unter Hausarrest stand. Dafür wurde er am 11. August verurteilt.

Suu Kyi selbst wurde beschuldigt, mit der Aufnahme des US-Bürgers gegen die Auflagen ihres Hausarrests verstoßen zu haben. Sie wurde zunächst zu drei Jahren Haft verurteilt; auf Anordnung der Junta wurde die Strafe auf eineinhalb Jahre halbiert und kann unter Hausarrest verbüßt werden. Die Friedensnobelpreisträgerin hat bereits 14 der vergangenen 20 Jahre unter Hausarrest oder in Haft verbracht.

Keine Reue

Yettaw, ein Mormone, bereut seinen ungebetenen Besuch bei der Oppositionsführerin nicht. Er würde es noch "hundertmal" tun, sagte er am Mittwoch bei der Ankunft in den USA über sein Eindringen in Suu Kyis Anwesen. "Es bricht mir das Herz, dass sie sie wieder eingesperrt haben", sagte Yettaw gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Yettaw hat während des Prozesses in Burma angegeben, dass er eine Vision gehabt habe und Suu Kyi vor einem Attentat warnen wollte.

Nach Angaben ihres Anwalts Nyan Win sagte Suu Kyis, dass es sehr bedauerlich sei, dass die Person, die das Problem verursacht habe, freigelassen werde, die drei Menschen im Haus aber weiter gefangen blieben. (APA/AP)

  • John Yettaw bei seiner Ankunft in den USA.
    foto: m. spencer green

    John Yettaw bei seiner Ankunft in den USA.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Jim Webb mit Juntachef Than Shwe

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