Haftbefehl gegen 5. Mann beantragt

15. August 2009, 12:55
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Mevlüt K. soll bei der Beschaffung der Zünder geholfen haben - Anwalt rechnet mit mindestens zehn Jahren Haft

Frankfurt/Main - Die deutsche Bundesanwaltschaft hat Haftbefehl beantragt gegen Mevlüt K. wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Ein Sprecher der Karlsruher Behörde bestätigte am Samstag auf AP-Anfrage entsprechende Berichte der Nachrichtenmagazine "Focus" und "Der Spiegel". K. steht im Verdacht, den vier Mitgliedern der sogenannten Sauerland-Gruppe geholfen zu haben, Zünder für geplante Anschläge nach Deutschland zu schaffen.

Autobombenbasteln im Ferienhaus

Die Gruppe war im September 2007 aufgeflogen. Bei ihnen waren 730 Liter Wasserstoffperoxid sichergestellt worden, der nach Überzeugung der Ermittler der Grundstoff für verheerende Autobomben sein sollte. Drei der vier Angeklagten waren in Oberschledorn im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) von der Polizei-Eliteeinheit GSG 9 festgenommen worden. Sie hatten dort laut Anklage in einem Ferienhaus begonnen, die Autobomben zu bauen.

Der Haftbefehl sei am Donnerstag beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes beantragt worden, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft am Samstag. Zu weiteren Einzelheiten der Medienberichte wollte er keine Stellungnahme abgeben.

Der "Spiegel" berichtete, K. werde unter anderem durch Aussagen des Sauerland-Angeklagten Atilla Selek belastet. Ohne die Hilfe von K. hätte er "es nicht geschafft", sagte Selek dem Bericht zufolge. K. habe in Istanbul als Anlaufstelle für Islamisten fungiert, die in Tschetschenien hätten kämpfen wollen.

Bei einem Treffen mit Selek habe K. diesen mit Insiderwissen beeindruckt, das er offensichtlich von staatlichen Stellen bezogen habe. Mevlüt K. mache "ganz gefährliche Sachen" mit Geheimdiensten, habe Selek in seiner Aussage erklärt. Seit längerem wird spekuliert, dass K. für den türkischen Geheimdienst arbeitet. Ermittler vermuten den 30-Jährigen in der Türkei.

Laut "Focus" belasteten die Sauerland-Angeklagten in ihren Aussagen mehr als zehn Radikale aus der deutschen Jihad-Szene. Zum Teil hätten diese sich bereits in Terror-Lager abgesetzt, hieß es. Der Rechtsanwalt von Daniel Schneider, Johannes Pausch, sagte "Focus" zufolge, er rechne für seinen Mandanten und die anderen Angeklagten trotz der umfangreichen Geständnisse mit Haftstrafen in Höhe von mindestens zehn Jahren. "Außer bei Selek werden wir kaum Urteile im einstelligen Bereich haben", wird Pausch zitiert.  (APA/AP)

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