Warnung vor Angriff mit elektromagnetischem Impuls in den USA

15. August 2009, 09:35
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New Yorker Geschäftsmann organisiert Konferenz

In den USA wächst die Sorge vor einem Angriff mit einem elektromagnetischem Impuls (EMP), der mit einem Schlag die gesamte elektronische Infrastruktur ausschalten könnte. "Unsere Verwundbarkeit wächst täglich mit unserem zunehmenden Gebrauch und unserer Abhängigkeit von Elektronik", hieß es in einem kürzlich erstellten Kongressbericht.

Schutzmaßnahmen

Jetzt bereitet ein New Yorker Geschäftsmann eine Konferenz vor, auf der Wissenschaftler und Abgeordnete über Schutzmaßnahmen beraten wollen. Organisiert wird die Konferenz vom 8. bis 10. September in Niagara Falls von dem New Yorker Geschäftsmann Henry Schwartz, der die Organisation EMPACT gegründet hat. "Ich habe niemals in Angst gelebt", sagt der 75 Jahre alte Chef des Lebensmittelunternehmens Steuben Foods and Elmhurst Dairy. "Aber ich muss Ihnen sagen, jetzt habe ich Angst." Als elektromagnetischer Impuls (EMP) wird eine gewaltige Entladung innerhalb des Bruchteils einer Sekunde bezeichnet, die von der Explosion einer Atombombe in der Atmosphäre ausgelöst werden kann. Das US-Ministerium für Heimatschutz erklärt, EMP "funktioniert wie ein Blitzschlag, ist aber stärker, schneller und kürzer".

1.600 Kilometer Schadensradius

Experten warnen, dass ein EMP-Angriff sämtliche elektronischen Geräte in einem Umkreis von 1.600 Kilometern ausschalten kann - von Mobiltelefonen über Computer bis zu Autos, Kraftwerken und Flugsicherung. Schwartz, der in der Luftwaffe bei einer Nuklearwaffeneinheit in Europa stationiert war, plant bereits die persönliche Vorsorge: Er will Gasleitungen und Brunnen bohren, damit sein Betrieb in einer Vorstadt von Buffalo auch in einer Krise weiter Lebensmittel verarbeiten kann. Von der EMPACT-Konferenz erhofft er sich Anstöße für die Regierung: "Es ist nicht so teuer, unser Netz zu schützen, damit wir Elektrizität haben und leben können." In einer vorbereiteten Videobotschaft für die Konferenz erklärt der ehemalige Präsident des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, er sei seit langem überzeugt, "dass EMP die größte strategische Bedrohung ist, der wir ausgesetzt sind". Gingrich fügte hinzu: "Ohne angemessene Vorbereitung könnte die Wirkung so schrecklich sein, dass wir tatsächlich in wenigen Sekunden unsere Zivilisation einbüßen würden."

EMP-Kommission

Die 2001 vom Kongress eingesetzte EMP-Kommission legte kürzlich einen neuen Bericht vor. Danach berief das Heimatschutzministerium für September ein Treffen mit Experten für Computersicherheit ein, wie eine Sprecherin mitteilte. Der Exekutivdirektor der EMP-Kommission, Michael Frankel, lobte die Initiative von Schwartz für die Konferenz. Zugleich wies er darauf hin, dass ein elektromagnetischer Impuls auch natürlichen Ursprungs sein könne, etwa wenn die als Sonnensturm bezeichneten Eruptionen der Sonne besonders heftig ausfallen.(APA/AP)

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