Experte vermutet Waffenschmuggel

14. August 2009, 22:20
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Möglicherweise Waffentransport gekapert

Moskau - Das mysteriöse Verschwinden des Frachters "Arctic Sea" hat nach Einschätzung eines russischen Experten aller Wahrscheinlichkeit nach einen politischen Hintergrund. "Ich gehe davon aus, dass die Behörden längst wissen, wo das Schiff ist", sagte der Vizechef der russischen Seefahrergewerkschaft, Sergej Portenko, der Moskauer Boulevardzeitung "Moskowski Komsomolez". Mit Hilfe von Satelliten sei der Aufenthalt leicht auszumachen. Portenko vermutet, dass die "Artic Sea" Waffen für den afrikanischen Kontinent geladen hat und gekapert wurde. Nun solle "die Sache vertuscht werden". Drogenschmuggel hielte er für unwahrscheinlich.

Medien befürchten, dass die Besatzung in Lebensgefahr ist. "Wenn bei dieser Sache wirklich "wichtige Leute" ihre Finger im Spiel haben, dürfte man die Besatzung als Zeugen wohl aus dem Weg räumen", stellte die Zeitung fest.

Die "Artic Sea" mit 15 russischen Seeleute an Bord wird seit Ende Juli vermisst. Die Familien der Matrosen hoffen weiter, dass ihre Angehörigen noch am Leben sind. Der 50 Jahre alte Kapitän Sergej Serezki gilt russischen Medien zufolge als erfahrener Seemann.

"Wir halten ständig Kontakt mit den Familien der Matrosen", sagte Nikolai Karpenko, Direktor des "Arctic Sea"-Betreibers Solchart Arkhangelsk Ltd nach Angaben der Agentur Interfax. Das Schiff sei technisch einwandfrei und mit Treibstoff und Nahrung für etwa 40 Tage ausgestattet. Der Frachter hat laut Karpenko Holz geladen, das nach Algerien geliefert werden sollte. (APA/dpa)

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