Ureinwohner erheben schwere Vorwürfe gegen Armee

14. August 2009, 21:13
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64 Morde seit Anfang des Jahres

Genf/Santiago - Kolumbianische Nichtregierungsorganisationen haben der kolumbianischen Armee schwere Menschenrechtsverletzungen an Ureinwohnern vorgeworfen. Die Armee vergewaltige Frauen, verübe Morde und führe außergerichtliche Hinrichtungen durch, erklärte die kolumbianische Ureinwohner-Organisation AICO am Donnerstag anlässlich einer Sitzung des UN-Komitees zur Beseitigung von Rassismus (CERD) in Genf. Seit Beginn des Jahres seien 64 Ureinwohner von Angehörigen der Armee ermordet worden. Ein Vertreter der Volksgruppe der Wiwas aus dem Norden Kolumbiens bestätigte die Angaben.

Der UN-Berichterstatter für den Konflikt in Kolumbien, Ion Diaconu, sagte, die kolumbianische Armee habe hunderte Häuser besetzt und dabei 700 Menschen vertrieben. Die kolumbianische Regierung räumte eine mögliche Beteiligung ihrer Sicherheitskräfte an Gewalttaten ein, erklärte aber, dem energisch entgegenzutreten. Zudem würden die meisten Gewalttaten an Ureinwohnern von den Rebellen der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und anderer Gruppierungen verübt. Die Ureinwohner Kolumbiens geraten in dem Konflikt zwischen Armee, linksgerichteter Guerilla und rechten Paramilitärs immer wieder zwischen die Fronten. (APA/AP)

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