Kritk an rassistisch gefärbter Aussage Paroubeks

14. August 2009, 16:59
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Ex-Premier sieht Nachteile bei Angestellten aus anderen Kulturen

Prag - Der Chef der tschechischen Sozialdemokraten (CSSD), Jiri Paroubek, hat mit einer rassistisch gefärbten Aussage für Aufregung gesorgt. Nach Angaben des Online-Dienstes "aktualne" erklärte der Ex-Premier beim Besuch des Arbeitsamtes im mittelböhmischen Kutna Hora im Rahmen des laufenden Wahlkampfes, dass es "nicht geeignet sei, Leute aus anderen Kulturen zu beschäftigen".

"Sie bleiben dann hier, lernen die (tschechische) Sprache, haben Kinder und ein ethnisches Problem ist da", wurde Paroubek weiter zitiert. Die umstrittenen Feststellungen äußerte der frühere Regierungschef in Anspielung auf die taiwanesische Fabrik Foxconn in Kutna Hora, wo viele Vietnamesen und Mongolen arbeiten.

Als eine Mitarbeiterin des Arbeitsamtes versuchte, Paroubek zu erläutern, dass diese Arbeiter oft disziplinierter und gewissenhafter als ihre tschechischen Kollegen seien und dass Tschechen diese Art von Arbeit eher nicht suchten, beharrte Paroubek auf seinem Standpunkt: "Sie (Vietnamesen und Mongolen) drücken den Preis der Arbeit nach unten", fügte der Sozialdemokrat hinzu.

Nachdem die Meldung über Paroubeks Aussage am Donnerstagabend verbreitet worden war, begann die CSSD die Worte ihres Vorsitzenden zu dementieren. CSSD-Sprecherin Katerina Blechova erklärte zunächst, Paroubek habe seine Aussagen "nicht böse gemeint". Später korrigierte sie sich und sagte, Paroubek habe nichts Derartiges gesagt. "Ich lehne die lügnerischen Informationen über meine angebliche rassistische Aussage kategorisch ab", betonte Paroubek selbst anschließend in einer Presseaussendung.

Paroubek argumentierte weiter, er habe zwar in Kutna Hora über die Beschäftigung der Ausländer gesprochen, allerdings im Sinne der Regierungskonzeption für die Beschäftigungspolitik. Er habe nur gesagt, dass der Staat die Immigration aus den "uns nahen Zivilisationskreisen, das heißt aus den Staaten Süd- und Osteuropas, bevorzugen sollte", so Paroubek. In diesem Fall komme es bereits im Laufe einer Generation zur Integration in die Mehrheitsgesellschaft und im Falle des Verlustes der Beschäftigung gebe es nicht so große Probleme wie bei den spontan Immigrierten, beispielsweise aus den Ländern Süd- und Südostasiens. (APA)

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