Regierung verstärkt Polizeikräfte in Roma-Gebieten

14. August 2009, 15:11
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300 Polizisten werden in "problematischen" Regionen eingesetzt

Bratislava/Wien  - Die slowakische Regierung hat am Freitag die Aufstockung der Polizeikräfte um 300 Einsatzkräfte beschlossen. Die zusätzlichen Polizisten sollen vor allem in den Regionen mit einem großen Anteil der Roma-Minderheit eingesetzt werden, berichtete die slowakischen Nachrichtenagentur TASR am Freitag.

Die Maßnahme wird bis zum Ende des Jahres 2,58 Mio. Euro kosten. Der Sprecher des Innenministeriums, Erik Tomas, erklärte im Vorfeld, dass die neuen Polizeikräfte ihren Dienst in erster Linie in den südlichen Regionen Banska Bystrica, Kosice und Presov leisten sollen, wo große Roma-Gemeinschaften leben.

Die slowakische Regierung reagiert mit dieser Maßnahme auf eine oft geäußerte Forderung. Vertreter der Roma-Minderheit hatten wiederholt verstärkte Polizeipräsenz in problematischen Roma-Siedlungen gefordert. Aber auch Rechtsextreme haben vor kurzem die Polizei wegen ihrem Versagen in den Ortschaften mit großen Roma-Minderheiten kritisiert. Die rechtsextreme "Slowakische Gemeinschaft" plant immer wieder Kundgebungen gegen die "Roma-Kriminalität".

Es gibt rund 630 Roma-Siedlungen im ganzen Land und fast 200 Roma-Ghettos in und um slowakische Städte, in denen ca. 180.000 Menschen leben. Rund 150 Siedlungen der Minderheit gelten Roma-Vertretern zufolge als problematisch.(APA)

 

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