MySQL-Gründer kritisiert Sun für restriktive Lizenzierung

14. August 2009, 14:49
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Einschränkungen bei OEM-Lizenz seien nicht im Sinn von Open Source

MySQL-Gründer Monty Widenius hat Kritik an der Dual-Lizenz geübt, unter der MySQL steht. Suns OEM-Lizenz sei viel zu restriktiv und nicht im Sinn von Open Source, so der frühere Sun-Mitarbeiter in seinem Blog.

Dual-Lizenz

MySQL wurde für die freie Nutzung unter die GPL-Lizenz sowie für kommerzielle Nutzung unter eine OEM-Lizenz gestellt. Mit dem Erwerb der OEM-Lizenz fällt die GPL-Vorgabe, dass der Code veröffentlicht werden muss. Früher konnte man unter dieser Lizenz MySQL modifizieren, erweitert und weiterverbreiten. "Die Lizenz galt für jede Version und Nutzung von MySQL für jetzt und für immer", so Widenius in seinem Blog.

OEM-Lizenz zu restriktiv

Doch mittlerweile habe Sun die Standard OEM-Lizenz geändert. MySQL dürfe beispielsweise nicht mehr modifiziert werden, weder zur Fehlerbehebung noch zur Optimierung für Anwendungen oder zur Integration öffentlich verfügbarer Patches. Man müsse für Upgrades bezahlen, da sich die Lizenz nur auf ein bestimmtes Major Release beziehe. Das sei für eine Open Source-Umgebung nicht üblich. Außerdem gebe es Einschränkungen, welche Art von Anwendungen man mit MySQL entwickeln dürfe. Widenius fügt hinzu, dass Sun zwar das Recht habe, solche Einschränkungen vorzugeben, aber das sei nicht seine Intention der Dual-Lizenz gewesen.

Bestimmungen verhandeln

Widenius meint sogar, dass Entwickler überlegen sollten, ob es wert sei für die Lizenz unter den momentanen Bestimmungen zu bezahlen. Er empfiehlt jedem, der die OEM-Lizenz von Sun erwerben wolle, sich mit dem Unternehmen in Verbindung zu setzen und die Bedingungen zu verhandeln. Er kenne Fälle, in denen das funktioniert habe. Wann die Lizenz geändert wurde, kann Widenius jedoch nicht genau sagen. (red)

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