Nicht nur für richtige Katzenliebhaber

14. August 2009, 14:47
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Die Grundlage des Andrew-Lloyd-Webber-Welterfolgs: "Old Possums Katzenbuch"

Einmal Cats hat genügt - seitdem von Musicals geheilt, glaubt man gar nicht, welch wunderschönes Buch diesem Andrew-Lloyd-Webber-Welterfolg zugrunde liegt. Heuer, 70 Jahre nach der Erstveröffentlichung, ist es wieder neuaufgelegt worden, das Old Possums Katzenbuch. Geschrieben hat es T. S. Eliot eigentlich für seine Patenkinder in den 1930erJahren, 1939 wurde es dann veröffentlicht. Eliot, Lyriker und Nobelpreisträger für Literatur (1948), bekanntgeworden durch seinen Band Das öde Land zeigt sich hier als humorvoller Katzenliebhaber. In Wie man Katzen begrüßt schreibt er: Denn ehe Katzen herab sich lassen, / Zu dir als Freund Vertrauen zu fassen, / Wollen sie einen Freundschaftsbeweis, / Etwa ein Tellerchen süßen Breis." Zeitlose, lustige, freche, Texte für Kinder aller Alterstufen bis 99. Mit Axel Scheffler, dem Illustrator vieler Kinderbücher, etwa des Grüffelo, hat der Verlag einen Zeichner gefunden, der das Buch auch von der Aufmachung her in das Hier und Heute versetzt. "Ich denk an eine alte Katz, die Tupfentapfenschecken. / Man findet keine so wie sie, sie liebt die warmen Flecken. / Sie sitzt den ganzen Tag am Herd, auf meinem Hut, in Sonnenecken./ Und sitzt und sitzt und sitzt und sitzt - mehr will sie nicht bezwecken", reimt Eliot in einem anderen Gedicht. Wer von den Zeichnungen im Kinderbuch nicht genug bekommen kann, dem kann geholfen werden: Es gibt auch eine Postkartensammlung mit Scheffler-Sujets darauf. (Peter Mayr/DER STANDARD, Printausgabe, 14.-16. 8. 2009)

  • T. S. Eliot und Axel Scheffler, "Old Possums Katzenbuch". € 17,50 / 80 Seiten. Beltz-&-Gelberg-Verlag, Basel 2009
    coverfoto: beltz-&-gelberg

    T. S. Eliot und Axel Scheffler, "Old Possums Katzenbuch". € 17,50 / 80 Seiten. Beltz-&-Gelberg-Verlag, Basel 2009

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