Überfälle auf Taxilenker nehmen zu

14. August 2009, 14:10
2 Postings

In Wien leben die Taxler am gefährlichsten

35 Raubüberfälle auf Taxilenker sind von Jänner bis Ende Juli in Österreich verübt worden, fast doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres (19 Anzeigen). Besonders gefährlich leben Taxifahrer in Wien. Der Großteil der Taten (25) wurden in der Bundeshauptstadt verübt.

Delikte in diesem Bereich "sind ein typisches Großstadtphänomen", meinte Andreas Curda, Geschäftsführer der Fachgruppe für Beförderungsgewerbe mit Pkw der Wirtschaftskammer Wien, zur APA. Von den absoluten Zahlen her bewege man sich in einem niederschwelligen Bereich, "das ist nicht so alarmierend", meinte Christof Hetzmannseder, Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung der Bundespolizeidirektion Wien.

Parallelverschiebung

Der sprunghafte Anstieg im heurigen Jahr sei mit dem generellen Anstieg der Kriminalität zu erklären. Vermutlich ist "das eine Parallelverschiebung in unser Gewerbe", meinte Curda. Ähnlich sieht man es bei der Polizei. Nachdem man die Geschäftsraube auf Selbstbedienungsläden eindämmen konnte, zeigte sich eine Zunahme bei den Tankstellen- und Taxiüberfällen, sagte Hetzmannseder. Einen veränderten Modus Operandi oder mehr Aggressivität der Taxiräuber könne man nicht feststellen.

Warum gerade die Wiener Taxifahrer am stärksten betroffen seien, "ist ein großstädtisches Problem". Am Land kennt der Taxifahrer seine Gäste ja meist persönlich, meinte Curda. Ähnlich wie in der Bundeshauptstadt sei die Situation auch in Graz und Salzburg, aber "in anderem Umfang".

"Vorsicht ist wichtig", es sei aber laut Innung nicht so, dass jetzt große Aufregung unter den Taxifahrern herrsche, sagte Curda. Die starke Zunahme an Überfällen sei aber freilich nicht erfreulich, sagte der Vorsitzende der Innung. Die Fahrer würden laufend von Beamten des kriminalpolizeilichen Beratungsdienstes geschult, wie man sich bei Überfällen richtig verhält, um sein Leben bestmöglich zu schützen. (APA)

Share if you care.