Gesichtsausdrücke sind nicht universell

14. August 2009, 17:43
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Gefühlsregungen werden unterschiedlich erkannt - Missverständnisse in der interkulturellen Kommunikation möglich

London - Das Interpretieren emotionaler Regungen im Gesicht funktioniert bei Menschen aus westlichen Ländern offenbar grundsätzlich anders als bei Asiaten. Wie Forscher der Universität im schottischen Glasgow herausfanden, achteten westliche Versuchsteilnehmer beim Betrachten von Fotos in den Gesichtern gleichermaßen auf die Augen- und Mundpartie, um Regungen wie Glück, Trauer, Ekel, Furcht, Überraschung oder Gleichgültigkeit zu identifizieren. Asiatische Versuchsteilnehmer konzentrierten sich hingegen fast ausschließlich auf die Augen. Sie hatten aus diesem Grund auch Schwierigkeiten, Gefühlsregungen zu erkennen, bei denen die Augenpartie fast unbewegt bleibt, heißt es in der im Fachmagazin "Current Biology" veröffentlichten Studie.

Die unterschiedliche Bedeutung des Mundes bei der Bewertung von Emotionen werde auch durch die sogenannten Emoticons deutlich, die in der Internet-Kommunikation Gefühle bezeichnen: Während im Westen für den Begriff glücklich das Symbol ":-)" gebräuchlich sei, nutze man in Asien ein die Augen hervorhebendes "^_^".

Interkulturelle Kommunikation

Interessante Aufschlüsse gewannen die Wissenschafter nach eigenen Angaben auch über die Akzeptanz von Gefühlsregungen: "Potenziell gesellschaftlich gefährliche" Emotionen wie Furcht etwa seien von asiatischen Probanden eher neutral als "Überraschung" beschrieben worden. Die grundlegenden Unterschiede der Wahrnehmung zwischen Menschen aus dem Westen und Asiaten müssen nach Ansicht der Forscher eingehender erforscht werden, um Missverständnisse in der interkulturellen Kommunikation zu verringern. (APA)

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    foto: photodisc
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