Talfahrt der Konjunktur gestoppt

14. August 2009, 13:21
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Die Bank Austria Volkswirte glauben, das BIP werde im dritten Quartal um 0,3 Prozent zum Vorquartal wachsen

Wien - Das Ende der Rezession in Österreich steht nach Ansicht der Volkswirte der Bank Austria unmittelbar bevor. "Mit dem Anstieg im Juli von minus 2,1 auf minus 1,8 Punkte weist unser Konjunkturindikator auf eine andauernde Verbesserung des Konjunkturklimas hin, die sich in den kommenden Monaten in positiven realen Wirtschaftsdaten niederschlagen wird", meint Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria. Der heute, Freitag, veröffentlichte Konjunkturindikator der Bank Austria befindet sich mittlerweile seit drei Monaten im Aufwind.

Sowohl die österreichischen Konsumenten als auch die Industrie blicken gegen Ende des Sommers wieder optimistischer nach vorne. Insbesondere die Stimmungsverbesserung in der europäischen Industrie, die sich auf jüngst gestiegene Auftragseingänge vor allem auch in der Konjunkturlokomotive Deutschland stütze, deute darauf hin, dass die schlimmste Phase der globalen Konjunkturkrise nun tatsächlich vorbei sei, interpretieren die Experten der Bank Austria die erhobenen Daten.

Auch im österreichischen Produktionssektor spiegeln sich die günstigeren globalen Rahmenbedingungen in einer leichten Aufhellung des Industrievertrauens wider, das nun etwa wieder auf dem Niveau von Oktober vorigen Jahres liegt. Die Entwicklung der heimischen Geschäftserwartungen hinkt jener in anderen europäischen Ländern zwar etwas hinterher, dennoch ist mittlerweile den vierten Monat in Folge eine Verbesserung zu erkennen. "Der erneute Rückgang des BIP im zweiten Quartal um 0,4 Prozent zum Vorquartal markiert nach unserer Einschätzung das Ende der Rezession. Im dritten Quartal wird die österreichische Wirtschaft erstmals seit dem Herbst vorigen Jahres wieder wachsen. Wir erwarten ein Plus um 0,3 Prozent zum Vorquartal", prognostiziert Bruckbauer. Im Gesamtjahr 2009 erwarten die Ökonomen der Bank Austria einen Rückgang des BIP um 3,5 Prozent.

Sondereffekte

Die Erholung der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2009 führen die Volkswirte der Bank Austria vor allem auf zwei Sondereffekte zurück: Zum einen setze die Wirkung der weltweit beschlossenen öffentlichen Konjunkturprogramme nun zunehmend ein und die globale Nachfrage belebe sich. Zum anderen würden diese Impulse auf eine Wirtschaft treffen, die in den vergangenen Monaten ihre Lager massiv abgebaut habe und auf eine selbst leichte Belebung der Nachfrage mit spürbaren Produktionssteigerungen reagieren werde müssen. "Die exportorientierte österreichische Industrie, die von der globalen Konjunkturkrise als erste und am schwersten betroffen worden ist, wird nun auch als erste die Erholung zu spüren bekommen", meint Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl, "Die jüngsten Daten machen merkbare Produktionssteigerungen der Industrie in den kommenden Monaten wahrscheinlich, die ein gesamtwirtschaftliches Wachstum in Österreich im dritten Quartal ermöglichen sollten."

Die Ökonomen der Bank Austria haben jedoch ernsthafte Zweifel an der Nachhaltigkeit der durch Sondereffekte unterstützten Erholung, die sich voraussichtlich als relativ kurzes Strohfeuer erweisen wird. "Wenn die zusätzlichen Impulse durch die Fiskalmaßnahmen und die Lagerbereinigung auslaufen, wird die Konjunktur wieder an Schwung verlieren. Spätestens nach dem Jahreswechsel ist daher wieder eine spürbare Verlangsamung der Wirtschaftsdynamik zu erwarten", meint Pudschedl. Angesichts der andauernden schwierigen Lage am Arbeitsmarkt, die den privaten Konsum zunehmend belaste, blieben die Rahmenbedingungen für die österreichische Wirtschaft schwierig. "Die Talfahrt der Konjunktur ist nun gestoppt. Kräfte, die eine nachhaltige, selbsttragende Konjunkturbelebung ermöglichen, sind bisher jedoch nicht auszumachen. Nach dem Rückgang des BIP um 3,5 Prozent im Jahr 2009, erwarten wir daher für 2010 nur eine fortgesetzte Stabilisierung der Konjunktur", meint Bruckbauer. (APA)

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