Bildung schwächt Alzheimer-Folgen ab

17. August 2009, 10:31
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Auch bei bereits deutlicher Verminderung des Hirnvolumens - kognitive Reservekapazität von Mensch zu Mensch unterschiedlich

München - Eine höhere Schulbildung schwächt die Auswirkungen der Alzheimer-Krankheit auch dann noch ab, wenn das Hirnvolumen bereits deutlich vermindert ist. Das ergab eine Studie des Klinikums rechts der Isar der TU München. Die Untersuchung bestätigt die Resultate früherer Forschungen, wonach Menschen mit längerer schulischer Ausbildung bei einem vergleichbaren Grad der Hirnschädigung unter weniger Symptomen leiden als Menschen mit kürzerer Schulzeit.

"Wir wissen, dass zwischen der Hirnschädigung durch eine Alzheimer-Krankheit und den daraus resultierenden Demenz-Symptomen kein enger Zusammenhang besteht", erklärte der deutsche Psychiater Robert Perneczky. So gebe es sowohl Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Hirnschädigung, die kaum Symptome zeigten, als auch Menschen mit geringer Hirnschädigung und stark ausgeprägten Symptomen.

Kognitive Reservekapazität

Dieses Phänomen ist laut Perneczky auf eine starke individuelle Widerstandsfähigkeit gegen die Symptome der Hirnschädigung zurückzuführen. Die Experten sprechen hier von einer sogenannten kognitiven Reservekapazität, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass die Reservekapazität analog zur Dauer der Schulzeit wächst.

Die neuen Forschungsergebnisse zeigen den Angaben zufolge nun erstmals, dass dieser Bildungseffekt robust genug ist, um auch den Einfluss einer besonders schweren Minderung des Hirnvolumens auf die geistigen Fähigkeiten abzuschwächen. (APA/AP/red)

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