Verschwinden des Frachters bleibt mysteriös

15. August 2009, 15:21
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Seit Tagen wird darüber spekuliert, ob der Frachter in die Hand von Piraten gefallen, gesunken oder mit einer Ladung von Waffen Richtung Afrika unterwegs ist

Helsinki/Moskau - Das Verschwinden des seit zweieinhalb Wochen vermissten finnischen Frachters "Arctic Sea" bleibt mysteriös. Auch am Samstag wurde über eine heiße Spur zum Verbleib des 98 Meter langen Schiffes und seiner 15-köpfigen russischen Besatzung nichts bekannt. Der finnische Reeder des Schiffes dementierte Berichte, wonach der Frachter am Vormittag ein automatisches Positionssignal aus dem Golf von Biskaya vor der westfranzösischen Atlantikküste gesendet haben soll.

Der Direktor der Reederei Solchart Management Ltd, Viktor Matwejew, zeigte sich enttäuscht, dass sich auch Berichte, nach denen die "Arctic Sea" von der Marine der Kap Verden vor Westafrika gesichtet worden sei, lediglich als eine weitere "Spekulation" herausgestellt hätten. Seine Mitarbeiter bemühten sich rund um die Uhr, Kontakt zu dem Schiff herzustellen, betonte Matwejew. Seine Sorge gelte jetzt allein den Besatzungsmitgliedern: "Ich bete für ihr Leben."

Piraten, Holz- oder Waffenlieferanten

Das Schiff, das Holz im Wert von über einer Million Euro von Finnland nach Algerien bringen sollte, ist seit gut zwei Wochen verschwunden. Seit Tagen wird darüber spekuliert, ob der Frachter in die Hand von Piraten gefallen, gesunken oder mit einer Ladung von Waffen Richtung Afrika unterwegs ist. Am Freitag hatte ein ranghoher Militärsprecher in Brüssel der russischen Agentur Itar-Tass gesagt, dass man wisse, wo sich die "Arctic Sea" befinde. Sie sei nicht gesunken, ihre Position werde "aber aus taktischen Gründen nicht bekanntgegeben".

Die Regierung der Kap Verden hatte am Freitagabend mitgeteilt, dass die "Arctic Sea" rund 400 Seemeilen (720 Kilometer) nördlich des Inselstaates vor der westafrikanischen Küste gesichtet worden sei. Dies habe sich aber nicht bestätigt, sagte der dortige russische Botschafter Alexander Karpuschin später.

Am Samstagvormittag hatte die finnische Nachrichtenagentur STT berichtet, das Automatische Identifikationssystem (AIS) habe um 10.08 (MESZ) Positionssignale aus der Biskaya empfangen, nach denen die "Arctic Sea" auf südwestlichem Kurs gewesen sei. Der russische Informationsdienst "Sowfracht Maritime Bulletin" meldete, der Frachter sei gegen 10.30 Uhr vor der Hafenstadt La Rochelle geortet worden und mit einer Geschwindigkeit von umgerechnet etwa 19 Stundenkilometern unterwegs gewesen.

"Ich hatte gehofft, dass wir endlich eine wahre Information hätten. Aber es war wieder nur Spekulation", sagte Reedereichef Matwejew. Vor der französischen Atlantikküste war das Schiff zuletzt am 30. Juli beobachtet worden. Den letzten Funkkontakt hatte die britische Küstenwache am 28. Juli gehabt, als die "Arctic Sea" den Ärmelkanal durchquerte. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die "Arctic Sea" auf einem Archivbild.

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