Resistente Wundkeime mit nach Hause geschleppt

16. August 2009, 17:19
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Viele Krankenhaus-Patienten tragen die Bakterien nach der Entlassung heim

Chicago - Multiresistente Wundkeime vom Typ MRSA bereiten Medizinern schon seit Jahren große Sorgen. Gerade in Krankenhäusern kommen Menschen mit dem Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) in Kontakt - und nach der Entlassung schleppen viele Patienten die Bakterien in ihre Wohnungen ein, wie eine französische Studie zeigt.

Darin untersuchten die Mediziner des Bichat-Claude Bernard Hospital in Paris rund 1.500 vorwiegend ältere Patienten vor der Entlassung aus dem Krankenhaus. Knapp 13 Prozent der Teilnehmer hatten die multiresistenten MRSA-Keime. Nur jeder zweite von ihnen wurde die Bakterien im folgenden Jahr wieder los. Dagegen gaben etliche Träger die Keime an andere Menschen weiter. Insgesamt zog sich jede fünfte Kontaktperson zeitweilig die Erreger zu. Gefährdet waren vor allem jene Personen, welche die Keimträger gesundheitlich betreuten.

Allerdings entwickelte keine der infizierten Personen gesundheitliche Probleme durch die Bakterien. Dennoch sollten in Haushalten ähnlich wie in Kliniken Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, um die Verbreitung der Wundkeime zu verhindern, schreiben die Forscher in der Zeitschrift "Archives of Internal Medicine". (APA/AP/red)

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