Frauen nehmen oft nicht die sicherste Pille

14. August 2009, 15:09
13 Postings

Manche der eingenommenen Verhütungsmittel stehen mit einem höheren Risiko von Blutgerinnseln in Verbindung als andere

Leiden/Kopenhagen - Viele Frauen nehmen nicht die für sie sicherste Pille. Zu diesem Ergebnis sind zwei voneinander unabhängige Studien des Leiden University Medical Center und der Copenhagen University gekommen. Manche der eingenommenen Verhütungsmittel stehen mit einem höheren Risiko von Blutgerinnseln in Verbindung als andere. Details der Studien wurden im British Medical Journal veröffentlicht. Experten betonten jedoch laut BBC, dass Blutgerinnsel bei Kombinationspräparaten eine seltene Nebenwirkung seien und das Gesamtrisiko bei egal welcher Marke gering sei. Frauen sollten laut der Family Planning Association die Einnahme nicht stoppen aber bei Bedenken einen Arzt aufsuchen.

Fünfmal höheres Thrombose-Risiko

Die niederländischen Wissenschaftler untersuchten die Daten von 1.524 Frauen, die an einer Thrombose erkrankt waren. Es zeigte sich, dass das Gesamtrisiko durch die Einnahme der Pille um das Fünffache anstieg. Eine genauere Analyse machte in der Folge jedoch Abweichungen sichtbar. Die dänischen Wissenschaftler fanden ebenfalls heraus, dass Präparate mit Levonorgestrel mit einem geringeren Risiko in Verbindung standen als jene mit Desogestrel, Gestoden oder Drospirenon. Es ist seit langem bekannt, dass Kombinationspräparate, die Östrogen und Progesteron enthalten, mit einem erhöhten Thromboserisiko in den Venen in Zusammenhang stehen. In manchen Fällen kann das Gerinnsel ernst sein, in seltenen Fällen auch tödlich.

Die Östrogenmenge wurde im Laufe der Jahre verringert um dieses Risiko zu mindern. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass orale Verhütungsmittel noch immer einen entscheidenden Einfluss auf das Thrombose-Risiko haben und viele Frauen nicht die sichersten Präparate einnehmen. Frauen, die rauchen, erhöhen das Risiko einer Thrombose zusätzlich. Die Anamnese durch den Gynäkologen ist bei deshalb der Fragestellung nach dem individuellen Thromboserisiko und der Verschreibung der passenden Pille erheblich. (pte/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Östrogenmenge in der Pille wurde im Laufe der Jahre verringert um das Thrombose-Risiko zu mindern

Share if you care.