"Sprachenstreit" - Lega Nord beharrt auf Dialektunterricht

14. August 2009, 11:26
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Rechtspopulistische Regierungspartei will Dialekte in Norditalien wiederbeleben - Reformenminister Bossi plant Gesetz

Rom - Italiens rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord setzt ihre Kampagne zur Wiederbelebung des Dialekts in den norditalienischen Regionen fort. Parteichef und Reformenminister Umberto Bossi arbeitet an einem Gesetzentwurf, damit Dialektunterricht an den italienischen Schulen eingeführt wird. "Dialektunterricht muss in der italienischen Schule Pflicht sein. Dialekt könnte den Kindern auch mit Musik, zum Beispiel mit Volksliedern, gelehrt werden ", sagte Bossi.

Das Parteiblatt der Lega Nord "La Padania" ist am heutigen Freitag "zweisprachig" auf Italienisch und in piemontesischem Dialekt erschienen. Am gestrigen Donnerstag war das Blatt auch auf Venezianisch gedruckt worden. "Sprachen und Dialekte sind die Zukunft der Jugendlichen", lautet das Motto der Lega Nord. In den nächsten Tagen will "La Padania" in weiteren lokalen Sprachen erscheinen.

Die Lega Nord hatte diese Woche bereits gefordert, dass italienische TV-Serien im jeweiligen Dialekt gedreht werden sollen, um die regionale Kultur zu fördern und die lokale Tradition vor der Globalisierung zu retten. "Die lokalen Sprachen müssen geschützt werden. Man muss dafür sorgen, dass sie an die jüngeren Generationen weitergegeben werden, die sie durch die jetzigen TV-Kanäle nicht kennenlernen können", so der italienische Landwirtschaftsminister Luca Zaia, Spitzenpolitiker der Lega Nord. (APA)

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