Preise in Österreich 0,3 Prozent unter Vorjahr

14. August 2009, 10:35
142 Postings

Die Preise in Österreich haben sich im Juli gegenüber dem Vorjahr weiter verbilligt, Hauptpreisdämpfer bleibt Treibstoff

Wien - Nach einer bereits im Juni negativen Inflationsrate von 0,1 Prozent ist das Preisniveau im Juli sogar 0,3 Prozent tiefer gewesen als ein Jahr zuvor. Damit ist die Teuerung auf dem niedrigsten Stand seit Sommer 1966 angelangt, wie die Statistik Austria am Freitag bekanntgab. Ohne die Verbilligung bei Treibstoff- und Heizölpreisen um ein Viertel binnen 12 Monaten wäre der VPI im Juli allerdings um 1,3 Prozent gestiegen, so die Statistiker.

Der für die Euro-Zone errechnete Preisindex (HVPI) Österreichs ist im Juli im Jahresabstand um 0,4 Prozent gesunken, nach einem Minus von 0,3 Prozent im Juni-Juni-Vergleich. Im Monatsabstand ist das allgemeine Preisniveau in Österreich nach dem nationalen VPI um 0,3 Prozent gesunken, nach der HVPI-Berechnung um 0,4 Prozent.

Anders als VPI und HVPI stieg der Preisindex für Pensionistenhaushalte im Juli im Jahresabstand um 0,1 (0,6) Prozent, im Monatsabstand gab er dagegen wie der HVPI um 0,4 Prozent nach.

Hauptpreisdämpfer bleibt Treibstoff

Hauptpreisdämpfer im Jahresabstand war in Österreich im Juli wueder die Ausgabengruppe "Verkehr" mit -6,8 Prozent, hier vor allem die Treibstoffe, die um 25 Prozent billiger waren als zwölf Monate davor (Diesel -30 Prozent, Superbenzin -18 Prozent, Normalbenzin -17 Prozent). Die Flugticket-Preise gingen um 16 Prozent zurück. Wartung und Reparaturen von Pkw verteuerten sich dagegen um 4 Prozent.

Zu durchschnittlichen rechnerischen Preisrückgängen von 11,9 Prozent führten in der Ausgabengruppe "Erziehung und Unterricht" die stark gesunkenen Ausgaben für Studiengebühren (68,6 Prozent).

Auch von den Nahrungsmitteln (-0,5 Prozent) kam ein leicht preisdämpfender Effekt. Nach den relativ hohen Preisständen im Vorjahr haben vor allem die Preise für Obst (durchschnittlich -11 Prozent; u.a. Äpfel -15 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (insgesamt -3 Prozent; Vollmilch -7 Prozent) und Speisefette und -öle (insgesamt -6 Prozent; Butter -13 Prozent) nachgegeben, allerdings mit bescheidenem Effekt auf die Gesamtinflationsrate.

Versicherungen teurer

Hauptpreistreiber im Jahresabstand war die Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (durchschnittlich +3,4 Prozent), was überwiegend durch gestiegene Preise für Versicherungsleistungen verursacht wurde (durchschnittlich +3,3 Prozent; Haushaltsversicherungen +5 Prozent, private Krankenversicherungen sowie Kraftfahrzeugversicherungen je +3 Prozent). Körperpflege kostete im Schnitt 3,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (Massage +8 Prozent, Gesichtscreme +7 Prozent).

In der Ausgabengruppe "Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses" (+2,8 Prozent) stiegen vor allem Preise für Möbel, Innenausstattung und Bodenbeläge (gesamt +4,0 Prozent; u.a. Schlafzimmermöbel +6 Prozent, Sitzgarnitur +8 Prozent, Kinderzimmer +9 Prozent). Waren und Dienstleistungen im Haushalt kosteten im Schnitt 2,9 Prozent mehr (Dienstleistung Wohnungsreinigung +4 Prozent; darunter Geschirrspülmittel +8 Prozent).

Durchschnittliche Teuerungen von 1,0 Prozent verzeichnete nach Angaben der Statistik Austria von Freitag die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie". Ausschlaggebend dafür waren Preisanstiege bei der Instandhaltung von Wohnungen (durchschnittlich +5,2 Prozent), was überwiegend durch Verteuerungen beim Material für die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen zustande kam (insgesamt +6 Prozent; Isolierglaskippfenster +15 Prozent, Zement +11 Prozent). Wohnungsmieten stiegen durchschnittlich um 4,8 Prozent. Haushaltsenergie verbilligte sich insgesamt um 5,5 Prozent, wobei die starken Preisreduktionen beim Heizöl (-41 Prozent) durch Verteuerungen für Strom (+4 Prozent) und Gas (+9 Prozent) nicht kompensiert wurden. (APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.