Überschaubarkeit des Krieges

14. August 2009, 09:28
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    screenshot: gamespot

    Unternehmen Barbarossa hat begonnen, die Wehrmacht kämpft mit der Roten Armee. Wer gewinnt, hängt vom Spieler ab.

Dank "Hearts of Iron III" wird man Staatschef

Nein, Krieg ist nicht lustig. Und der Zweite Weltkrieg mit bis zu 60 Millionen Toten schon gar nicht. Und doch fasziniert dieses bisher größte Abschlachten der Menschheitsgeschichte wie kaum ein anderes geschichtliches Ereignis, zeigt auch ein Blick auf die Liste der Computerspiele. Seit kurzem ist es wieder möglich, der absolute Herrscher über Politik und Schlachtfeld zu sein: mit Hearts of Iron III (Paradox, für PC, rund 40 Euro, ab 7 Jahren).

"Grand Strategy Game" nennt sich das seltene Genre, in das "HoI" fällt. Man muss offen sagen, es ist eher ein Minderheitenprogramm. Außer der Civilization-Serie hat es keines dieser Spiele zu einem Massenerfolg gebracht. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass ein gerüttelt Maß an Intelligenz und Geduld dazugehört - speziell bei diesem Spiel.

Zur Erklärung: Wie bei fast allen bisherigen Spielen des schwedischen Unternehmens ist man der Chef eines Staates der Erde. Und mit Chef ist wirklich Chef gemeint. Man bestimmt, wer Minister ist, was produziert wird, welche Technologie erforscht wird, wem man den Krieg erklärt und wohin die Armeen unter wessen Führung marschieren sollen.

Hört sich noch relativ einfach an, ist in Wahrheit aber furchtbar komplex. Denn jede Entscheidung hat auf andere Einfluss. Tauscht man einen Minister aus, kann er die Fähigkeit haben, die Industrieproduktion zu steigern, was dann die Forschung wieder beschleunigen kann und zu besser ausgerüsteten Armeen führt.

Genau das ist es, was Fans der Serie und der Firma lieben. Durch die unzähligen Variablen kann jedes Spiel anders verlaufen, da neben historischen zusätzlich auch zufällige Ereignisse wie ein Generalstreik vorkommen.

Aber all das dient dem Hauptinhalt des Spiels, der selbstverständlich der Krieg ist. Neu in "HoI III" sind eine völlig umgekrempelte und für "HoI"-Veteranen etwas gewöhnungsbedürftige Kommandostruktur, die das Truppenmanagement vereinfachen soll, indem Oberkommanden geschaffen werden, die man auch der künstlichen Intelligenz unterstellen kann. Andere Neuerungen verhindern, dass 100 Divisionen eine Provinz angreifen.

Und Provinzen, in die die ganze Welt aufgeteilt ist, gibt es mehr als genug. Waren es im ersten Spiel der Serie noch etwa 1000, sind es mittlerweile mehr als 10.000. Was einerseits den Vorteil hat, Durchbrüche und Einkesselungen realistischer darstellen zu können - andererseits aber viel Klickerei nötig macht, um nach einem erfolgreichen Durchbruch das gegnerische Gebiet auch zu besetzen.

Diese Details sind es, die die Frage aufwerfen, ob es nicht zu viel des Guten ist. Das Spiel an sich ist zweifellos die bisher beste Umsetzung des Zweiten Weltkriegs in die Grand Strategy. Doch irgendwie lässt es im Gegensatz zu den Vorgängern das Gefühl zurück, fast unüberschaubar zu sein. Was andererseits dann wieder die furchtbare Realität des Krieges ist. (Michael Möseneder/ DER STANDARD Printausgabe, 14. August 2009)

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18 Postings
Aguirre74
 
00
26.9.2009, 11:28

Victoria halte ich persönlich eigentlich für das beste Spiel von PI, da es einmal nicht den 2. WK abbildet. EU hat mir in der Var. 1 und 2 beser gefallen als 3 und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass PI mit dieser 3D-Grafik nicht so wirklich umgehen kann. HoI 3 läuft bei mir unspielbar schleppend. Hab es also wieder ins Regal gestellt und warte, bis a) es einen Patch gibt und/oder b) ich einen neuen Computer habe.

Worauf ich immer noch warte (seit ich mir einen C-64 gekauft habe und den Zeiten eines "Tigers in Snow" oer "Johnny Reb 2"), ist ein gutes Spiel über WW1 von PI. Leider zeichet sich da nichts ab.

Lucasz
00
14.8.2009, 22:34

Gekauft und im ersten Moment leider enttäuscht.
Spiel läuft einfach genau NULL flüssig auf Grund einer schlampig programmierten KI im LUA Code.
Naja, die ersten Tweaks der Community gibts ja schon die das ganze flotter machen. Und wie bei Paradox üblich ist das Spiel spätestens in nem halben Jahr und einigen Patches gut zu spielen. Und dann sind eh schon die Mods fertig =)

R.M. S.
00
15.8.2009, 09:40

Da PI den 1.2 patch ende des Monats rausbringt, was die gröbsten 'fehler' beseitigt würde ich die 6 monate auf 2 verkürzen.

Lucasz
01
15.8.2009, 11:03

Ihnen ist aber klar, dass wir hier immer noch von PI reden? ;)
Also bleiben wir mal realistisch

R.M. S.
00
15.8.2009, 11:41

Also HOI2 war ab 1.1 sehr gut spielbar, HOI3 ist wesentlich komplexer und wird IMO ab 1.2 gut spielbar. Ich verwende die zeit um die ganzen funktionen und möglichkeiten einmal kennen zu lernen da sich dieses spiel total von HOI2 unterscheidet.

Ich spiele PI spiele seid 2002, und muss sagen das PI mit abstand einzigartig ist was support ihrer Spiele anbelangt. Wenn etwas kaputt ist dann reparieren sie es auch, im gegensatz zu anderen Firmen die einfach die Foren schliessen und sich weigern patches rauszubringen.

Lucasz
00
15.8.2009, 14:18

Es ist komplexer, stimmt. Aber der 1.1 Releasepatch (!) hat ja nur mal die allergröbsten Dinge ausgebügelt und 1.2 wird das ganze auch noch nicht abrunden.
EU III brauchte X Patches bis es spielbar war.

Wo ich ihnen aber zustimmen muss ist der Support von PI selbst, bzw. die halb-offizellen Patches durch die Community

R.M. S.
00
17.8.2009, 09:39

ad. Release Patch - das ist bei PI standard, gabs bei HOI2 auch.
Da ich EU3 nie gespielt habe kann ich nichts darüber sagen.

Meines erachtens ist das 'Grundgerüst' von HOI3 sehr gut, kleine änderungen in ein paar files haben riesengrosse auswirkungen z.b. wenn mann eine variable in der Diplomatie AI ändert verhält sich die ganze welt anders. Was auch anzumerken ist, ist das viele (speziell neue) Spieler erwarten das sich die 36er Campaign vorausschaubar ist z.b. alles passiert geschichtlich, das ist eine falsche erwartung und verursacht frust/entäuschung.

Jürgen Mayer
00
14.8.2009, 14:40
Ich bleib beim zweiten Teil

so oberflächlich wie ich das spiele würden mir die möglichen Vorzüge dieser Nachfolge nämlich wohl nie ersichtlich werden.

Raptor Jesus
01
14.8.2009, 13:09
Ich bin ein großer Fan von Hearts of Iron 2. Hab mir neulich die Demo zu reingezogen.

Doch komm ich nicht drum herum zu bemängeln, das die Geografie total vermurkst wurde. Stalingrad welches Strategisch wichtig ist, liegt zu weit im Süden. Frankfurt am Main liegt nicht am Main, geschweige denn überhaupt an einem Fluss. usw.
Es dauert eine Weile, bis das Gebiet beschriftet ist. Auch fällt es mir sehr schwer, die Landesgrenzen zu erkennen, da die rote Linie ab einer bestimmten Zoom verschwindet und alles zu einfarbig wirkt. (Kolumbien und Venezuela z.B.).
Was ich auch Schade finde, ist, das man keine Einsicht auf die Minister anderer Länder hat. Ist zwar nur ein Gimmick, aber man gab das Land ein Gesicht (Staats- und Regierungschefs).
Ansonsten hatte ich viel Spaß mit dem Addon. Tutorial is zu empfehlen :)

Jeffrey Lebowski
 
10
14.8.2009, 12:59
pfft

der spielt mit sprites statt countern...noob

Der_Klingone
00
14.8.2009, 12:38
Die Hearts of Iron-Serie ist sicherlich ...

... eine der besten die ich überhaupt gespielt habe. Jeder der unter "Strategie" mehr als Starcraft & Co versteht, kommt an HoI eigentlich nicht vorbei.

Vom dritten Teil habe ich derzeit nur die Demo gespielt (warte noch auf die deutsche Version). Leider muss ich dem Autor dieses Berichtes recht geben, daß das Spiel nun auch ein paar Knackpunkte bekommen hat. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß beim Versuch alles noch besser, noch größer und noch detaillierter zu machen, einige Punkte "verschlimmbessert" wurden (Truppenkontrolle, Forschung).

Trotzdem bleibe ich der Serie natürlich treu ergeben, denn alleine schon die Tatsache, daß ein Spiel mehr als nur IQ60 fordert, ist einen Kauf absolut wert!

h 90
00
11.10.2009, 08:42

Die Truppenkontrolle hab ich bis jetzt nicht ganz verstanden....

Mathias
 
00
31.8.2009, 16:00
Starcraft & Co

Das sind doch Echtzeit-Strategie Spiele, somit mit Spielen wie Hearts of Iron oder Panzergeneral nicht zu vergleichen.

Spaß machen beide Genres, für einen Spieleabend in netter Gesellschaft ist StarCraft weiterhin unterhaltend ;-)

etepetete
00
14.8.2009, 19:26

bei der englischen version einfach in einer config datei L_english durch L_german ersetzen und schon ist es ein deutsches spiel.

Hannes85
 
00
14.8.2009, 10:12
Klasse Spiel!

Habe HoI 2 und viele andere Paradox Produkte gespielt und bin nun bei HoI 3 gelandet. Man muss sagen, dass der Vorgänger schon sehr komplex war, der dritte Teil ist wirklich noch um einiges anspruchvoller.
Man findet aber sehr schnell ins Spiel und hat auch die Möglichkeit alle Sparten wie Forschung oder Spionage an die KI abzutreten, was das Spiel dann etwas überschaubarer macht.
Es wurde leider nicht erwähnt, dass man alle Länder, die es damals gegeben hat spielen kann und - was noch wichtiger ist - man kann par Multiplayer mit mehreren Freunden im LAN oder Internet spielen.

Ich kann Hearts of Iron 3 jedem empfehlen, der wirklich Wert auf forderndes und komplexes strategisches Denken legt und das auch mit Freunden im Netzwerk.

Raptor Jesus
10
14.8.2009, 13:19
In der Tat alle Länder

In HoI 2 war mein Großherzogtum Luxemburg war in den 50ern ziemlich Groß.
(OK, einbisschen an der Tech rumgetrickst, aber komm schon, wir reden hier von Luxembourg).
Interessant fand ich auch China wo man die Warlords spielen konnte (was die Zerissenheit vor der Japanischen Invasion repräsentierte).
Das löste in China massive Anti-lols aus, (weil das propagierte China der Einheit nicht abgebildet wird. Aber lag eher wahrscheinlich daran, wil die Tester mit den Rotchinesen gegen die Nationalchinesen nicht soweit kamen, da sie nur 3 Gebiete kontrollierten, die wiederum gut befestigt waren. Pfft, n00bs)

comandie
00
14.8.2009, 10:51

civ und hoi... die einzigen spiele von denen ich immer noch nicht lassen kann....

Schorsch _At
00
14.8.2009, 13:00

Für mich eine Pflichtkauf.

Ich liebe die Spiele von Paradox. ob nun Victoria, EU oder eben HOI

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