Stille Wasser zuerst, als Finale die wilden

14. August 2009, 16:48
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Auf einer Tour durch die bekannten Klafferkessel bei Schladming ist die Gehrichtung wichtig

Auf der Suche nach der lohnendsten Tour in den Niederen Tauern kommt man an den Klafferkesseln bei Schladming nicht vorbei. In einem Hochtal am Fuße des Greifenbergs entstanden in der letzten Eiszeit mehr als dreißig kleine Seen, die in allen Farbnuancen zwischen Blau und Grün schillern. Von vielen Punkten schaut man aus dem dunklen Urgestein zu den hellen Kalkwänden des Dachsteins und Grimmings, dieser Kontrast birgt einen besonderen Reiz. Zudem lässt sich der neue Alpinsteig "Wilde Wasser" entlang des Riesachfalls in die Runde einbinden - ein grandioses Finale dieser Bergwanderung.

Allerdings ist die Runde anstrengend, auch wenn man sie mit einer Übernachtung in der komfortablen Gollinghütte in zwei Etappen teilt. Und sie verlangt Trittsicherheit, obgleich einige Stellen mit Drahtseilen gesichert sind. Alle Wege sind rot markiert und gut beschildert, die Orientierung ist problemlos. Bei unsicherem Wetter sollte man im Tal bleiben, die Klafferkessel sind hochalpines Terrain.

Ich kann nur empfehlen, die Route im Gegenuhrzeigersinn zu planen. Dann bleibt man beim steilen Aufstieg von der Gollinghütte zum Greifenberg lange im Schatten und genießt die Kulisse der mächtigen Nordwand des Hochgolling; und man begeht die Klafferkessel im Abstieg, hat also immer Sicht auf die idyllischen Gewässer und oft auf die Kalkalpen. Andersrum muss man sich ständig umdrehen, um die Schönheit dieses Naturwunders auskosten zu können.

Die Route: Vom Gasthof Riesachfall am Ende des Untertales steigt man über die Untere Steinwender-alm in 2 bis 2½ Stunden zur Gollinghütte an, wo man am besten übernachtet. Für den steilen Anstieg zum Greifenberg braucht man 3 Stunden, dann folgt der Abstieg zur Oberen Klafferscharte und der traumhafte Weg durch die Klafferkessel zur Unteren Klafferscharte. Gehzeit ab Greifenberg 1½ Stunden - durch das Äußere Lämmerkar in 1½ Stunden zur Preintalerhütte.

Nach kurzem steileren Abstieg geht es gemütlich zum Riesachsee und auf dem Alpinsteig "Wilde Wasser" zurück zum Ausgangspunkt. Die Gehzeit ab der Preintalerhütte beträgt rund 3 Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/15.8.2009)

Gesamtgehzeit 11 bis 11½ Stunden, Höhendifferenz 1600 m. Gollinghütte (bis Ende September offen), Preintalerhütte (bis 4. Oktober offen) und Gasthaus beim Riesachsee als Stützpunkte. ÖK25V Blatt 3224-West (Schladming), Maßstab 1:25.000; der Alpinsteig entlang des Riesachsees ist noch nicht eingezeichnet.

  • Entlang des Riesachsees geht's gemütlich dahin.
    foto: steiermark tourismus/www.bigshot.at

    Entlang des Riesachsees geht's gemütlich dahin.

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