Tausende protestierten vor dem Parlament

13. August 2009, 23:23
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Gegen Entschädigung für ausländische Verluste bei isländischen Banken

Reykjavik - Bis zu 3.000 Menschen haben Polizeiangaben zufolge am Donnerstag vor dem Parlament in Island demonstriert. Der Protest richtete sich gegen die geplante Entschädigung von Großbritannien und den Niederlanden für bei isländischen Banken verlorene Guthaben. Die Veranstalter der Organisation "InDefence" sagten, sie wollten ein "faires Icesave-Abkommen, das Island sich leisten kann".

Das "Icesave"-Gesetz würde es der isländischen Regierung erlauben, Briten und Niederländer für die von ihnen geleisteten Kompensationszahlungen im Zuge des Bankenkollaps in Island zu entschädigen. Der Schriftsteller Einar Gudmundsson sagte in seiner Rede, die Isländer würden für ein Verbrechen bestraft, das ein privates Unternehmen begangen hätten und mit dem sie als Nation nichts zu tun hätten.

Hintergrund ist, dass die Regierungen von Großbritannien und den Niederlanden 400.000 Kunden der pleitegegangenen Bank nach dem Zusammenbruch im letzten Herbst entschädigt haben. Daraus schuldet Island beiden Ländern insgesamt 3,5 Milliarden Euro. Die zwischen den Regierungen ausgehandelten Rückzahlungsmodalitäten werden in Island als "unfair" und zu hart kritisiert. (APA/Reuters)

 

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