Abbas weist Koreis Vorwürfe der Wahlfälschung zurück

13. August 2009, 21:52
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Präsident: Wahlen zum Fatah-Zentralkomitee "demokratisch, pluralistisch und transparent"

Ramallah - Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas hat den von führenden Mitgliedern seiner Fatah erhobenen Vorwurf des Wahlbetrugs zurückgewiesen. Die ersten Wahlen zum Zentralkomitee, dem höchsten Parteigremium, seit zwanzig Jahren seien "demokratisch, pluralistisch und transparent" gewesen, sagte der 74-Jährige zum Abschluss des Parteitages der größten Fraktion innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation am Donnerstag in Ramallah.

Zuvor hatte der frühere Ministerpräsident Ahmed Korei (Abu Ala) der Parteiführung Wahlfälschung vorgeworfen. "Was in Teheran geschehen ist, ist viel weniger, als das, was in Palästina passiert ist", sagte der 72-Jährige in Anspielung auf die Präsidentenwahlen im Iran. Korei sprach in einem Interview mit der in London herausgegebenen arabischen Tageszeitung "Al-Quds al-Arabi" von Manipulationen und geheimen Absprachen und verlangte eine Neuauszählung von einigen Wahlurnen. Korei, der zur alten Garde der Fatah gehört, fehlten nur zwei Stimmen für einen Sitz im Zentralkomitee. Seine Privatfirma soll Zement aus Ägypten importiert und an Israel verkauft haben für den Bau der Sperrmauer im Westjordanland. Firmen der Abbas-Söhne sollen mit Straßenbau- und PR-Aufträgen aus den USA großzügig bedacht worden sein.

Von der alten Parteigarde hatten nur vier den Sprung in das Fatah-Spitzengremium geschafft. Wegen Stimmengleichheit wurden 19 statt 18 Fatah-Mitglieder in das Zentralkomitee gewählt, dem auch Abbas angehört. Der Fatah-Chef wird jetzt noch drei weitere Mitglieder zur Kooptierung vorschlagen. In das Leitungsorgan aufgerückt sind der in Israel eine lebenslange Gefängnisstrafe wegen fünffachen Mordes verbüßende Marwan Barghouthi, der als beliebtester palästinensischer Politiker gilt, sowie die früheren Sicherheitschefs im Westjordanland und im Gazastreifen, Jibril Rajoub und Mohammed Dahlan, und der Chefunterhändler bei den Friedensgesprächen mit Israel, Saeb Erekat. Mit den Ergebnissen der Wahlen zum Fatah-Revolutionsrat, dem Parteiparlament, wird erst am Samstag gerechnet. (APA/dpa)

 

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