Neue Gamma­strahlungs­quelle entdeckt

16. August 2009, 17:28
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Die aus einem Kugelsternhaufen kommende Strahlung dürfte von zahlreichen Pulsaren stammen

Innbruck/Wien - Eine neue Quelle hochenergetischer Gammastrahlung meldet ein internationales Team von Astronomen in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Science". Als Herkunft der Strahlung wurde der "Kugelsternhaufen 47 Tucanae" im Sternbild des Tukan identifiziert, erklärte Astrophysiker Olaf Reimer von der Universität Innsbruck, Mitautor der Veröffentlichung. Der Kugelsternhaufen befindet sich etwa 15.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Gammastrahlung ist eine elektromagnetische Strahlung, in diesem Falle etwa eine Million Mal energiereicher als Röntgenstrahlung. Die Wissenschaft kennt bisher im Wesentlichen zwei Quellen von Gammastrahlung im Weltraum: Pulsare innerhalb unserer Milchstraße und sogenannte aktive Kerne in fernen Galaxien, in deren Zentrum Schwarze Löcher lokalisiert sind.

47 Tucanae strahlt im Gammabereich kontinuierlich, nicht gepulst. Die Forscher gehen dennoch davon aus, dass Pulsare dahinter stecken. Die ankommende Gammastrahlung dürfte die Summe von zahlreichen Pulsaren sein: "Es könnte sich um bis zu 60 Pulsare handeln, also ein kollektives Signal", so Reimer.

Hintergrund

Kugelsternhaufen sind - wie der Name sagt - kugelförmige Ansammlungen von Sternen, die in oder um Galaxien - im sogenannten Halo - vorkommen. Pulsare sind die Überreste ehemals massereicher Sterne. Nachdem ihre Kernbrennstoffe weitgehend verbraucht sind, explodieren solche Sterne in einem gewaltigen Ausbruch (Supernova). Übrig bleibt ein mehr oder weniger rasch rotierender Neutronenstern. Durch die Rotation scheint der Stern zu pulsieren, daher der Name Pulsar. (APA/red)

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    Blick auf den Kugelsternhaufen 47 Tucanae (links) und ein vergrößerter Ausschnitt des Zentrums (rechts)

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