Nach Massaker an Indigenen verurteilte Täter freigelassen

13. August 2009, 17:07
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Oberster Gerichtshof konstatierte "juristische Fehler" im Prozess um Mord an 45 Tzotzilen im Jahr 1997

Mexiko-Stadt - Rund zwölf Jahre nach einem Massenmord an Ureinwohnern im mexikanischen Teilstaat Chiapas sind 20 mutmaßliche Täter aus dem Gefängnis entlassen worden. Das Oberste Gericht setzte die Männer, die 1997 in dem Ort Acteal 45 Tzotzilen, darunter Frauen und Kinder, getötet haben sollen, auf freien Fuß.

Im ersten Prozess um das Massaker habe es juristische Fehler gegeben, urteilten die Richter am Mittwoch. Mehr als 50 Paramilitärs hatten die Indigenas überfallen, als diese ihre Kirche verließen. Ihnen wurde vorgeworfen, die seinerzeit in Chiapas aktive Rebellengruppe Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) unterstützt zu haben.

Vertreter der Indigenas kritisierten die Entscheidung und warnten vor einem Wiederaufflammen der Gewalt in der Region im Süden Mexikos. Die Paramilitärs seien durch das Urteil gestärkt worden, sagte Sebastian Perez Vazquez, Vorsitzender der Zivilschutzorganisation der Tzotzilen, "Las Abejas". "Die Überlebenden sind sehr enttäuscht und empört über die Freilassung der Paramilitärs, denn sie alle sind uns als Täter bekannt." (APA/dpa)

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    Das Begräbnis der ermordeten Einwohner von Acteal im Dezember 1997.

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