"Säureattentat" auf Nebenbuhlerin: 15 Jahre Haft

13. August 2009, 16:56
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Einstimmiger Schuldspruch wegen versuchten Mordes, Freiheitsentziehung und Körperverletzung - Urteil ist nicht rechtskräftig

wien - Die 30-jährige Frau, die aus Rache die Liebhaberin ihres Ehemannes in Bosnien in ihr Auto gelockt, entführt, misshandelt, in einem Waldstück mit Säure überschüttet und zu töten versucht haben soll, ist am Donnerstag im Wiener Landesgericht zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Sie wurde einstimmig des versuchten Mordes, der Körperverletzung und Freiheitsentziehung schuldig erkannt.

Die besonders brutale Vorgangsweise und die besonders schweren Folgen der Tat - das Opfer ist seit dem lebensgefährlichen "Säureattentat" entstellt - wurden erschwerend berücksichtigt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Für Staatsanwalt Michael Radasztics fiel die Strafe bei einem Strafrahmen von bis zu 20 Jahren oder lebenslang zu gering aus. Er meldete Berufung an. Die Angeklagte erbat Bedenkzeit.

Das inkriminierte Geschehen hatte sich am 14. April 2005 abgespielt und wurde auf Ersuchen der bosnischen Behörden seit Mitte Juni 2009 von einem Wiener Schwurgericht behandelt, da die Angeklagte österreichische Staatsbürgerin ist. Die Frau soll der verhassten Rivalin mit Hilfe ihres Cousins eine Falle gestellt haben. Unter der Vorgabe, ihr einen regulären Job in Österreich beschaffen zu können, vereinbarte der Mann mit der damals 26-Jährigen ein Treffen im nördlichen Bosnien.

Als sich die ahnungslose Frau ins Auto setzte, erwartete sie im Fond die notdürftig mit Hut und Sonnenbrille getarnte Angeklagte. Das Opfer wurde der Anklage zufolge geschlagen, getreten, in einem abgelegenen Wald weiter malträtiert und, nachdem man sie gezwungen hatte, ein Putzmittel zu trinken, mit diesem überschüttet und schließlich mit dem Auto überfahren.

Die lebensgefährlich verletzte Frau ließen die Angeklagte und ihr Begleiter einfach liegen. Sie wurde am nächsten Morgen zufällig von einer Militärstreife entdeckt.

Die Angeklagte hatte behauptet, sie sei zwar "zornig" auf ihre Widersacherin gewesen, habe dieser aber nicht nach dem Leben getrachtet. Sie habe ihr auch nicht Säure eingeflößt und sie damit überschüttet. Das habe ihr Cousin gemacht. Dieser habe die Frau auch mit dem Auto angefahren. Der 53-Jährige ist in Bosnien wegen Beteiligung am versuchten Mord bereits rechtskräftig zu acht Jahren Haft verurteilt worden. (APA)

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